Journal für Katzenkultur

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Der Kater Silvester

In Vier-Pfoten-Stories on 2. Januar 2014 at 22:53

Silvester feiern wir bei Freunden im Nachbarort. Als wir dort ankommen, finden wir die Freundin und Gastgeberin ein wenig neben der Spur und leicht entnervt.

Was war passiert?

Auf dem Carport gegenüber saß im Gebälk eine lauthals schreiende schwarze Katze.

Freundin Witti, an „das Schreien der Lämmer“ erinnert, startete trotz Silvestervorbereitungen eine Rettungsaktion. Die Katze ließ sich nicht herunter locken, also baute sie ihr mit Brettern einen Abstieg. Der wurde auch dankbar angenommen, ebenso das dargebotene Hundefutter als Erste-Hilfe-Maßnahme. Die schwarze Katze wich ihr nicht mehr von der Seite, wollte gerne mit ins Haus.

Da wohnt aber schon Balu, der junge Labrador. Also alles in allem keine gute Idee. Die Nachbarn kannten die Katze auch nicht, hatten sie aber schon ein paar Tage um die Häuser streichen sehen.

Jetzt war aber vermutlich der Übeltäter dingfest gemacht worden, der in den letzten Tagen in Nachbars Keller eingedrungen war und sich am Hundefutter vergriffen hatte. Die ehemalige Katzenklappe wurde verschlossen, da ein Marder verdächtigt wurde. DieFutterquelle war für den schwarzen Dieb nun unerreichbar.

Freundin Witti packt den Findling entschlossen in den Hundetransporter, fährt das nächstgelegene Tierheim Westhofen an. Die nehmen ihn aber nicht, zuständig für Garenfeld ist das Tierheim Hagen.

Das Tierheim Hagen ist umgezogen. Sie fragt sich durch und steht vor verschlossenen Türen.

Also zurück nach Hause. Auf dem Rückweg besorgt Witti noch Katzenfutter, stattet die große Hundebox mit Decken aus und stellt sie mit geöffneter Tür, Fressen, Wasser und einer unglaublich dankbaren und friedfertigen Katze an eine geschützte Stelle hinters Haus. Vier Stunden Action- dann kommen die Gäste!

Das war die Vorgeschichte, die uns erzählt wurde.

Keine gute Voraussetzung für eine gelungene Silvesternacht.

Freundin Coeppi und ich werfen uns am Tisch hektische Blicke zu, man sieht förmlich, wie unsere Köpfe qualmen und nach einer Lösung suchen.

Eine Katze alleine draußen? An Silvester? Mit Knallerei? Das geht gar nicht. Coeppi springt auf: „ Ich guck mir die Katze mal an. Wenn sie noch da ist“. Ich bleibe sitzen – aus Gründen.

Die Katze ist noch da. Coeppi hat ein schnurrendes Fell im Arm.

Der Plan:

Die Katze kommt bis zum 2. Januar zu Coeppis Mutter. Die alte Dame hat vor 4 Wochen ihre Katze beerdigen müssen und trauert noch. Sie teilt sich ein Haus mit der Tochter. Die hat aber ein Problemfellchen aus dem Tierheim, das ganz langsam nach einem Jahr mit viel Liebe und Einfühlungsvermögen zutraulicher wird. Eine zweite Katze war nicht angedacht, wegen der eventuell irgendwann nötigen Zusammenführung. Der Findling gilt als vorübergehende „Leihgabe“.

Wir packen diese friedliche Katze ohne Gegenwehr in einen Pappkarton. Ich fahre die fünf Kilometer mit dem Karton auf dem Schoß mit und höre keinen Mucks. Unglaublich!

Im Wohnzimmer von Coeppis Mutter wird der Karton geöffnet und ein absolut hinreißender junger, pechschwarzer Kater steigt gelassen aus. Schaut sich schnurrend um, sieht das Kaminofenfeuer, den Ohrensessel und eine glücklich grinsende alte Dame.

In dreißig Sekunden hat er Futterplatz und Katzenklo gecheckt, eine Runde durch die Wohnung gedreht und sich von allen Beteiligten streicheln lassen.

Auf seiner Stirn steht geschrieben: Hier bleibe ich! Basta!

Wir hatten alle eine wunderschöne Silvesterfeier. Als Coeppi nach Hause kommt, liegt der Kater bereits mit Muttern im Bett.

Am Neujahrstag

twittere ich über den Fundkater und bitte um Retweets. Die Resonanz ist überwältigend. Vielen Dank, ihr seid toll! Ich durchforste sämtliche Portale und suche nach kürzlich entlaufenen Katern im Raum Hagen. Finde nichts, was evtl. passen könnte.

Unsere Überlegungen: Dieser zutrauliche Kater muss ein gutes Zuhause gehabt haben. Er ist Menschen und Wohnungen gewöhnt, er trug ein Flohhalsband. Am nächsten Tag soll der Tierarzt nachschauen, ob er gechipt ist.

2.Januar,

beim Tierarzt. „Herzlichen Glückwunsch! Sie haben den Halter des Tieres ermittelt“.

Der Halter wohnt in Düsseldorf! In Düsseldorf? Ausgeschlossen, das ist viel zu weit entfernt! Ein Telefongespräch löst das Rätsel. Der Kater ist auf den Namen einer düsseldorfer Familie eingetragen, er lebt aber bei der Mutter in Dortmund-Wellinghofen.

Was Coeppi nun vom Halter erfährt und was sie ihm erzählt, verblüfft beide. Der Kater wurde bereits im September als vermisst gemeldet und auf einem Such-Portal mit Foto gesucht.

Ich wäre niemals auf die Idee gekommen, im Dortmunder Bereich zu recherchieren. Laut Routenplaner beträgt die Strecke Dortmund-Wellinghofen – Hagen-Garenfeld ca. 25 Kilometer. Mit dem Auto, wohlgemerkt. Der Kleine muss sich querfeldein durchgeschlagen und auf dem Weg seinen ganzen Charme in die Waagschale geworfen haben. Denn er war gut genährt und sah trotz allem sehr gepflegt aus.

Was geschieht weiter?

Die alte Dame, die ehemalige Besitzerin, hat bereits eine neue Katze. Der Halter frug vorsichtig nach, ob Coeppi den Kater behalten möchte.

Was soll ich sagen? Am Samstag werden die Impfpapiere aus Düsseldorf gebracht und es wird ein Foto von „Mohrle“ für die Vorbesitzerin gemacht.

Mohrle heisst jetzt Silvester!

Das Schicksal hat es so gewollt. Alle Probleme, die irgendwann einmal entstehen können, werden sich lösen lassen.

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Polyester auf großer Fahrt

In Vier-Pfoten-Stories on 10. September 2013 at 20:54

Eine Reisereportage von Fridolin Erdferkel

Manchmal muss selbst das büssnigste Büssness-Erdferkel einfach mal raus. Tief Luft holen, den Polyesterkopf leer bekommen und ein wenig was von unserer wunderschönen Welt entdecken.

Nachdem ich mich unlängst in einer wüsten Wüste inklusive Müllwüste wiederfand, zog ich es nun vor, diesmal im Lande zu bleiben. Denn wir haben hier, quasi um die Ecke, viele wunderbare Landstriche, die es mehr als wert sind, einmal besucht zu werden.

Bereits im Juni machte ich mir Gedanken, wohin die Reise gehen sollte – und durch einen wunderbaren Zufall (der zwar keiner war, aber so liest es sich viel eindrucksvoller), fiel die Wahl auf die ostfriesische Insel Langeoog, auf welcher zeitgleich mein angetrautes Polyesterweib Afra Aardvark weilen würde.

Fix wurden also ein schmuckes Appartement gebucht und die Zugtickets käuflich erworben. Am 1. September sollte es losgehen.

Bereits um halb 8 stand die sodann spontan erkältete Menschheit mit mir im Koffer am Reisetag am Hauptbahnhof. Ich reise bevorzugt in Koffern, da man in diesen seine Ruhe hat und nicht von Knoblauchfahnen oder Schweißgerüchen diverser Mitreisender belästigt wird. Unser Zug sollte um 7.46 Uhr abfahren und laut unserem Reiseplan hätten wir um 12.30 Uhr Langeoog erreicht.

Sollte und hätte, denn es gibt bekanntermaßen den Bahngott, der seine Passagierschäflein oftmals harten Prüfungen unterzieht. So geschah es auch uns. Unser Zug fuhr erst nicht, dann verspätet und schließlich nicht über Bremen, wo wir eigentlich hinsollten. Welch Glück, dass die clevere Menschheit dies noch vor der Abfahrt bemerkte und sich ein warmes Plätzchen im Metronom suchte, der, wann auch immer, Bremen anfahren würde.

Bedingt durch die Zugbindung unseres Tickets wollten wir aber auch Nummer Ganzsicher gehen, weshalb wir selbige kurzerhand noch beim DB Service schriftlich aufheben ließen. Dort erhielten wir dann auch die Info, dass die DB-Züge Vorrang vor dem Metronom hätten, weshalb der DB-Fernzug um 8.46 Uhr eindeutig die bessere Wahl wäre.

Diverseste bahngöttliche Prüfungen aka Verspätungen absolviert, erreichten wir schließlich stolze zwei Stunden später als geplant die (auf uns wartende!) Fähre in Bensersiel. Da die geschätzte Afra Aardvark sich, nebst ihrer Menschheit Bhuti übrigens, auf ebenjener befand, gehe ich davon aus, dass Afra die Besatzung in ihre Gewalt gebracht und die Fahrplanabweichung zu unserem Vorteil hierdurch ermöglicht hat. Die Überfahrt wie auch die kurze Fahrt mit der Inselbahn verliefen so problemlos, wie es einem Polyester gebührt. Nach rund 7 Stunden aufregender Reise bezogen wir dann ein wenig erschöpft aber dennoch glücklich unser Urlaubsdomizil.

Der erste Tag auf Langeoog verhieß ebenfalls aufregend zu werden. Wir erwarteten mit der FF aus der Pfotenlandredaktion den wohl höchsten Besuch, den die Insel in den letzten 300 Jahren gesehen hat. So war es selbstverständlich, sie standesgemäß mit Sekt und Krabbenbrötchen auf dem Inselbahnhof zu empfangen.

Sekt und Krabbenbrötchen. Sehr angemessener Empfang.

Sekt und Krabbenbrötchen. Sehr angemessener Empfang.

Leider wurde ich allerdings im Eifer des Gefechtes im Appartement vergessen – aber da die FF ohnehin in selbem nächtigen würde, war unser Aufeinandertreffen nur eine Frage der Zeit.

Mit ein Highlight des Inselurlaubs schlechthin war ein kulturelles Event der besonders anregenden und unterhaltsamen Art. Der Arbeitstitel hätte durchaus lauten können „2 Bayern in Ostfriesland“, traf doch meine bajuwarische Menschheit dort auf die Grand Dame des Kabaretts im Freistaat schlechthin.

Wir verbrachten einen überaus kurzweiligen Abend mit der wunderbaren Sissi Perlinger und gönnten uns mit ihrer launigen „Auszeit“ eine ebensolche, die sodann sogar nachhaltig wirkt. Das Fräulein Sissinger wollte es sich natürlich nicht nehmen lassen, mit Afra und mir anmutig zu posen, so dass das hier exklusiv erscheinende Werk „Weltstars unter sich“ entstand.

Schirmherrin des Erdferkel-Freundeskreises

Schirmherrin des Erdferkel-Freundeskreises

Mit einem signierten Buch inkl. Widmung für einen ganz lieben Menschen zogen wir dann sehr glückselig von dannen und sackten noch kurz bei Konfuze ab, bei dem die FF genötigt wurde, die traditionelle Zubereitung des ostfriesischen Lumumbas zu erlernen.

Ostfriesischer Lumumba im Dwarsloopers Bausatz zum Selberschrauben

Ostfriesischer Lumumba im Dwarsloopers
Bausatz zum Selberschrauben

Bedingt durch den in jeglicher Hinsicht lehrreichen Abend gönnte ich mir gleich am nächsten Tag eine persönliche Auszeit und ließ mich von der Menschheit einmal um die halbe Insel tragen.

Frido on Tour

Frido on Tour

Wir trafen dabei allerhand Getier, wenn auch keine Erdferkel. Aber der Seehund, dem wir am Strand begegneten, war schon ein ziemlich aparter Zeitgenosse.

Fridos Seehund

Fridos Seehund

Das kleine Fischlein und die Seesterne waren auch nett. Und mit Oskar dem Krebs hielt ich sogar ein kleines Schwätzchen.

FridoErdferkel und Oskar Krebs

FridoErdferkel und Oskar Krebs

Dem Ruf der Weltmeere folgend, enterten wir eines sehr schönen sonnigen Tages die MS Flinthörn, welche uns auf die Nachbarinsel Spiekeroog bringen sollte. Das dauerte ein klein wenig länger als geplant, denn wir blieben glattweg im Watt stecken. Nur mit Müh, Not und glühender Schiffschraube liefen wir schließlich an den Seehundbänken vorbei irgendwann im Hafen ein.

Beim Landgang entdeckten wir wunderschöne alte Häuschen, herrliche Vorgärten und nicht zuletzt leckeren Backfisch.

Drifthuus auf Spiekeroog

Drifthuus auf Spiekeroog

Die Bhuti deckte uns für die Rückfahrt vorsichtshalber mit Nervenkeksen ein, die wir jedoch nicht brauchen sollten.

Damit diesmal nix schief ging übernahm nämlich ich patentes Erdferkel höchst selbst das Steuer und schipperte uns wohlbehalten zurück nach Langeoog. Ich glaub der nette Herr Kapitän war sehr glücklich darüber, dass er mir mal über den Rüssel schauen konnte.

Frido am Ruder der  MS Flinthörn

Frido am Ruder der
MS Flinthörn

Frido auf der Kommandobrücke der MS Flinthörn Danke, Herr Kapitän!

Frido auf der Kommandobrücke der MS Flinthörn
Danke, Herr Kapitän!

Leider gingen die wunderschönen Tage auf der Insel viel zu schnell vorbei. Wir haben viel gesehen und erlebt, haben die autofreie Ruhe genossen und uns vollends entspannen können und die Menschheit hat ihr Herz endgültig an die Sanddornsahne verloren.

Sandornsahne und Rum-Flocken-Sahne (fragt nicht!)

Sanddornsahne und Rum-Flocken-Sahne
(fragt nicht!)

Danke an Bhuti und die FF für die tolle Zeit mit Euch auf der Insel fürs Leben.

Inseltraum mit Möwe

Inseltraum mit Möwe

Euer Fridolin

Verehrtes Frido Erdferkel,

die Pfotenland-Redaktion dankt für diesen atmosphärischen Bericht. Da bleibt nur noch hinzuzufügen:

We love Erdferkel!

We love Erdferkel!

Doch geschafft!

In Vier-Pfoten-Stories on 13. November 2010 at 17:39

Liebe Felle, liebe Menschen,

hin und wieder sollte man eine Geschichte erzählen. Damit sie nicht in Vergessenheit gerät. Wir durchforsteten neulich unser Foto-Archiv und fanden diese Geschichte wieder:

…und sie haben es doch geschafft!

Es war am Ostersonntag vor vier Jahren. Die Futterleute unternahmen einen kleinen Ausflug in die nähere Umgebung. Ohne uns. Na, egal….weiter:

Sie gingen durch einen Schloßpark mit Bach und Ententeich. Fünf Stockentchen, winzig klein, rannten über eine Wiese und amüsierten die Spaziergänger. Aber nicht mehr lange. Zum Entsetzen aller wurde eines von einem Vogel geschnappt. Und weg war es. Da warens nur noch vier.

 

Da waren es nur noch vier

Die Entenmutter ließ sich nicht blicken. Bekanntlich greift man ja nicht einfach in den natürlichen Ablauf der Dinge ein. Über eine Stunde beobachteten also die Futterleute die offensichtlich mutterlosen Küken- und den bedrohlich über ihren Köpfen kreisenden Riesenvogel. Ein Großvater mit Enkel unterwegs, schnappte sich sich die Kleinen und setzte sie in den Bach- in der Hoffnung, ihnen eine Fluchtmöglichkeit zu bieten. Eines ertrank sofort. Da warens nur noch drei. Die Küken retteten sich mit letzter Kraft ans Ufer.

Unser Futtermann hechtete über die Brücke, rutschte das Ufer hinunter, sammelte die Entchen ein und lagerte sie in einem gefundenen Joghurtbecher zwischen.

Was tun? Darf man einfach eingreifen? Und was ist, wenn die Entenmutter zurück kommt? Nein- ziemlich klar- die kommt nicht mehr. So lange lässt keine Mutter ihre Kinder allein.

Wir haben in unserem Ort ein Tierheim. Praktisch nicht? Also rief unsere FF dort an und wollte einen Rat. Kurzfassung des Gesprächs mit dem Tierheimleiter: Ja, die sind wohl mutterlos. Ja, einsammeln. Aber wir sind nicht zuständig. Das gehört in den Bereich des Dortmunder Tierheims. Zur Polizei bringen, die werden dann abgeholt.

Wunderbarer Weise war eine Polizeidienststelle in unmittelbarer Nähe. Unsere Futterfrau marschiert wild entschlossen und mit einem „Fröhliche Ostern“ hinein und stellt den sehr netten, aber wenig begeisterten Beamten die Joghurtbecher-Entchen auf den Tisch. Die leeren sofort einen Karton mit Kopierpapier und schaffen damit das erste Zuhause für die Zerzausten. Natürlich ist das Tierheim Dortmund nicht erreichbar und die Futterleute ziehen mit drei Stockentenküken von dannen.

Auf der Rückfahrt wird Plan B diskutiert. Wir haben ja ein Tierheim am Ort. Praktisch nicht?

Die Futterleute tauchen mit ihrem Entenkarton im heimischen Tierheim auf. Der Tierheimleiter, offenbar völlig gestresst  beim Heckeschneiden, begrüßt sie mit den Worten: Ich hab ihnen doch schon am Telefon gesagt, dass wir nicht zuständig sind. Die Futterfrau holt tief Luft und erklärt die Situation und beendet ihren Text mit den Worten: Ich dachte, hier ist ein Tierheim?

Der Tierheimleiter, ziemlich unwirsch, redet von der völligen Unmöglichkeit diese Tiere aufzunehmen. Original-Ton: Mehr als sie hier hinstellen, kann ich auch nicht.

Der Futterfrau platzt der Kragen. Sie entreisst ihm den Karton, knurrt, sie wäre da aber anderer Meinung. Sie würde jetzt gern nur wissen, womit sie  die Tiere füttern kann. Original-Ton Tierheimleiter: Das weiß ich doch nicht! Mit dem Satz: Ich dachte, das ist hier ein Tierheim- und drei Stockenenten verlassen die Futterleute diese gastliche Stätte.

Was wird ihnen hinter gerufen? Die bringen sie doch nicht durch!

Plan C wird entworfen. Die Entchen ziehen bei uns ein. Die PC’ s laufen heiß. Was fressen sie? Was hat man Ostersonntag im Haus? Die Lösung: eingeweichte Haferflocken. Die drei fressen, als gäbe es kein Morgen.

 

Hungäääärr!

Ein großer Karton wird mit Handtüchern ausgelegt. Dort hinein kommt eine Wärmflasche, darauf ein großes Pinguin-Stofftier. Unter den Pinguin-Flügeln werden die Kleinen nun jede Nacht schlafen.

Sie wohnen im Arbeitszimmer, wir dürfen da nicht mehr rein. Die Findlinge erholen sich, sie wachsen sogar und machen mehr Arbeit als zwei Kater. Jeden Tag wäscht die FF eine Ladung Handtücher, geht junge Brennesseln und Löwenzahn sammeln und mailt mit Stockenten-Experten.

Als es wärmer wird, stehen sie in ihrem Karton draußen, damit sie sich wieder an die frische Luft gewöhnen. Das Karton-Revier wird erweitert und mehrmals täglich in die Sonne gerückt.

Abends ist Badezeit. Lauwarmes Wasser in die Wanne, ein paar Steine rein und Tick, Trick und Track drehen ein paar Runden. Sie haben jetzt zwar einen Namen, aber die Futterleute bemühen sich, sie nicht „handzahm“ werden zu lassen. Nach dem Schwimmkurs werden sie unter der Rotlichtlampe getrocknet.

 

Schwimmkurs

Solarium

Das Kraftfutter tut nun seine Wirkung, die drei werden zu groß für ihre Kartonvilla. Der Futtermann baut ein tolles Gehege. Ringsum gesichtert mit Kaninchendraht, auch das Dach.

Drinnen steht ein Schlafhäuschen- immer noch mit Wärmflasche für die Nacht und eine alte Babybadewanne für das Schwimmtraining. Der Boden ist ist mit Torf ausgelegt, weil wir keine Wiese haben.

Dann kommt der schlimme Tag. Die FF wird im Morgengrauen von merkwürdigen klopfenden Geräuschen geweckt. Vom Fenster aus ist das Entengehege nicht komplett einsehbar, auf dem Zaun krakelen zwei Elstern. Die Futterfrau geht beruhigt wieder ins Bett, glaubt, die Elstern haben den Lärm veranstaltet.

Ein paar Stunden später findet der Futtermann ein enthauptetes Entchen im Gehege und zwei verstörte Überlebende im Häuschen. Da warens nur noch zwei. Sie suchen nach einer Schwachstelle, finden aber keine.

Einzig ein Iltis kommt in Frage. Diese kleinen, sehr schlanken beweglichen Tiere. Sofort wird das Kaninchengitter verstärkt, das Dach zusätzlich mit Steinen beschwert. Irgendwann haben die beiden Stockis diese traumatische Erfahrung vergessen und wachsen und gedeihen und müssen endlich ausziehen. Es wird wirklich Zeit.

 

Freiluft-Gehege

In der Nachbarschaft ist ein wunderschöner Naturteich. Dort dürfen die Futterleute sie aussiedeln.

 

Das neue Zuhause

Der Abschied fällt schwer, aber die beiden fühlen sich auf Anhieb wohl und sind sofort zu Hause. Sie werden natürlich jeden Tag besucht. Sie haben nun ihr Erwachsenen-Gefieder und man erkennt  deutlich einen Erpel und eine Entenfrau. Und irgendwann schwimmen elf  Entenkinder hinter ihnen her. Sie haben nicht alle überlebt, aber das ist in der Natur wohl auch nicht so vorgesehen.

 

Die erste Minute der neuen Freiheit

Die Familie ist irgendwann den anderen Stockenten gefolgt, die immer zur Fütterungszeit an den Teich kamen. Wenn ihr sie seht, dann grüßt sie von uns.

Futterfrau: Das war eine schöne, lehrreiche und intensive Erfahrung. Wir haben die Entchen „durchgebracht“ . Ohne jede Diskussion, ob es wertes oder unwertes Tierleben gibt. Haben wir der Natur ins Handwerk gepfuscht? Es ist uns wurscht, wir würden es unter gleichen Vorzeichen wieder tun.

 

 

 

 

 

Aus dem Leben eines Geheim-Katers Teil 2

In Vier-Pfoten-Stories on 8. Dezember 2009 at 13:07

Hallo Kumpels!

Der ganz geheime Neo hat uns auf ganz geheimen Wegen den zweiten Bericht seines ganz geheimen Lebens im Untergrund zukommen lassen. Lest schnell, denn diese Aufzeichnung vernichtet sich selbsttätig nach 30 Sekunden….

Mission: Der rote Punkt

Neo:Ihr fragt euch sicherlich, was mein Geheimauftrag überhaupt ist. Er ist so einfach zu verstehen und doch so schwer umzusetzen: ich muß den roten Punkt finden und einfangen.

Er birgt Allwissen, ewige Verzückung, unendlichen Spieltrieb, Seelenheil für die gesamte Pfotenwelt!

Doch ich sollte von vorne beginnen. Ich kehrte also bei den Monstern ein. Natürlich verhielt ich mich erst einmal wie ein ganz normaler Kater. Auch das hatte ich gelernt.

Ich wurde aus dem mobilen Gefängnis entlassen und sah mir zuerst genau meine Umgebung an. Große Fenster, viele Erhöhungen (die Monster nennen es Kratzbäume und nicht-auf-die-Schränke), die ich für Spähvorhaben gut verwenden kann, großzügige Verpflegung, gängiges Gelände-es hätte schlimmer kommen können.

Doch zurück zu den Monstern. Erst einmal mußte ich ihr Vertrauen gewinnen, damit ich später in Ruhe arbeiten konnte. Sie schienen ein wenig überrascht und warfen Begriffe wie „zu neugierig“, „überhaupt nicht ängstlich“, „als wäre er hier schon zu hause“, ein. Ich war zu auffällig. Konzentrieren, Neo!

Kontaktaufnahme

Ein wenig später setzten sie sich auf das Sofa. Ich nutzte die Gelegenheit, sprang zu ihnen und warf mich vor jedem der beiden auf den Rücken, legte das Köpfchen schief, brummte, dass ich meinen Speichel nicht mehr halten konnte und kniff entspannt die Augen zu.

Das zeigte Wirkung. Mir wurde ausgiebig der Bauch gekrault und…was soll ich sagen? Man kann durchaus das Angenehme mit dem Nötigen verbinden.

Das Fressen sollte sich noch als ein wenig schwierig erweisen. Monster erwarten, daß man Unmengen auf einmal verschlingt und dann ungeduldig nach mehr miaut. Aber ich habe für so etwas keine Zeit! Nie die Umgebung aus dem Blick verlieren!

Observierung

Sondierung des Terrains

Ich fraß ein bisschen, um mich weiter unauffällig zu verhalten, dann ging ich wieder der Ausspähung nach. Als ich völlig versunken die Umgebung erkunde, passiert es dann: sie steht vor mir.

Damit hatte ich nicht gerechnet….

Wir hoffen auf eine Fortsetzung und drücken die schweißnassen Pfoten.

Matze+Rudi



Aus dem Leben eines Geheim-Katers Teil 1

In Vier-Pfoten-Stories on 14. November 2009 at 16:50

Liebe Pfotenland-Leser,

die Redaktion ist an einer gaaaanz heißen Sache dran! In einer Nacht-und Nebelaktion und unter Einsatz unserer sieben Leben ist es uns gelungen, IHN dazu zu bewegen, über sein geheimes Leben im Untergrund zu berichten, exklusiv für PfotenlandJournal für Katzenkultur! Wer er ist? Zuviel dürfen wir nicht preisgeben. Selbstverständlich schützt die Redaktion ihre Informanten. Aber lest selbst- und bedenkt, dass für Kitten dieser Artikel nicht geeignet ist!

Mein Name ist Neo, Neo Monster.

Neo. Agent.

Neo: In einem früheren Leben nannte man mich Leo, aber für meinen neuen Geheimauftrag hier bei Familie Monster mußte ich mir einen Decknamen zulegen. Um authentisch zu wirken, soll man immer so nah wie möglich an der Wahrheit bleiben. Deshalb die minimale Abweichung meines Namens.

Ich bin 10-11 Jahre alt, großrahmig, 5kg schwer und rot. Über mein Vorleben möchte ich hier nicht sprechen. Es könnten Personen kompromittiert werden, die ich zu schützen gedenke.

Beginnen wir also vor ungefähr einem Jahr. Ich bewarb mich beim Trainingslager „Katzenhilfe“.

Erst einmal wurde ich einem körperlichen Eignungstest unterzogen. Ich wurde für tauglich befunden und meine körperliche Belastungsfähigkeit steht in positivem Kontrast zu meiner langjährigen Berufserfahrung.

Ich wurde psychologisch geschult, um dem Feind bestmöglich gewappnet begegnen zu können. Es wurden neue, unbekannte Substanzen an mir getestet (Wurmkur, Flohmittel, Impfung), die mich stärker und unempfindlicher machen sollten.

Weitere Details muß ich hier auslassen. -geheim-

Meine Ausbildung war abgeschlossen und ich tigerte nervös umher, weil ich jetzt endlich meinen ersten Auftrag wollte. Ich war heiß, ich war bereit!

Mir war schon immer bewußt, daß ich zu etwas Besonderem erkoren war. Menschen allein wären keine Herausforderung für mich.

Dann, eines Tages… ich war gerade dabei mir die Verhaltensmuster von Jungtieren noch einmal genau einzuprägen und subtile Nahkampfttechniken zu perfektionieren, geschah es.

Waschechte Monster standen in der Tür und mir war sofort klar: das ist Deine Chance.

Let the show begin! Ganz, wie ich es gelernt hatte, ging ich galant, weltmännisch und unerschrocken auf sie zu. Sie sollten sich sicher fühlen.

Wie genau ich zu dem Auftrag kam, also, ihr wißt ja…geheheim. Nur so viel: Um die Beine streichen, Kulleraugen machen, nicht mehr von der Seite weichen, tief und anhaltend schnurren sind nur die geringsten meiner Methoden.

Die Monster gingen irgendwann wieder. Ich wußte noch nicht, ob ich den Job bekomme. Eine unruhige Nacht lag vor mir. Doch dann, am nächsten Morgen waren sie wieder da. Jetzt beginnt der Teil, den ich so ersehnte und vor dem ich mich doch so fürchtete.

Sie haben einen Panzerwagen mitgebracht. Ich werde darin mit ihnen reisen und darf mir nicht anmerken lassen, daß mir das zu schaffen macht. Sonst schöpfen sie womöglich noch Verdacht.

Ich steige freiwillig ein und erhasche einen letzten Blick auf das Trainingslager. Jetzt bin ich auf mich allein gestellt. Aber ich habe die feste Absicht, meine Aufgabe gut zu erfüllen…