Journal für Katzenkultur

Archive for the ‘Lyrik Songs Viehlosophie’ Category

Respekt, Bewunderung und Dank

In Viehlosophisches on 29. Oktober 2010 at 20:51

Liebe Menschen,

Matze und Rudi haben mir wieder erlaubt, einen Artikel zu schreiben. Es geht wieder um ein Thema, das mir schon lange auf der Seele liegt.

Täglich lese ich von Katzen in Tierheimen und Auffangstationen, von den armen Teufeln, die unbedingt vermittelt werden müssen. Die ein Zuhause suchen, aus welchen Gründen auch immer. Viele von euch haben diesen ungeliebten Fellnasen eine Heimat, Wärme und Liebe gegeben. Ihr investiert Geduld, Zeit, viel Geld und manchmal auch all eure Nervenkraft für ein zufriedenes Schnurren.

Es durchzuckt mich jedes Mal, wenn ich ein Foto einer Katze sehe und denke: Die würde auch zu uns passen! Was hält mich zurück?

Meine elende Angst ist es, die mir auch niemand nehmen kann. Angst, dass eine Katze unbekannter Herkunft  Krankheiten „einschleppt“ und auf Matze und Rudi überträgt.

Diese Angst kommt nicht von ungefähr. Nach zwanzig Jahren und fünf Findel-und Tierheimkatzen sitzt mir die Panik im Nacken. Meine erste Katze Taboo wurde biblische 19 Jahre alt. Ossy, Murphy, Yoda, Jedi keine fünf und Muffin durfte gerade mal zehn Jahre bei uns bleiben. Ich habe die ganze Palette an fiesen Katzenkrankheiten und unzählige Tierarztbesuche hinter mir. Ich habe alle geliebt und elendig gelitten, wenn ich beim Sterben zusehen und schließlich die „große endgültige Entscheidung“ treffen musste.

Deshalb entschloss ich mich (weil es ohne Katze einfach nicht ging), eine Rassekatze anzuschaffen, um zumindest die von Geburt an übertragenen Krankheiten auszuschließen. Ich schrieb schon einmal, dass man das Schicksal nicht austricksen kann. Matzes chronischer Schnupfen seit dem Kittenalter fordert unsere ganze Aufmerksamkeit und Zuwendung.

Hört sich dieser Artikel nach einer Rechtfertigung an? Genau so ist es. Ich habe ständig das Gefühl, mich vor mir selbst rechtfertigen zu müssen, weil ich nicht eingreife. Weil ich nicht mindestens einer Tierheim-Katze wieder ein neues Zuhause gebe.

Aber ihr seid alle da, mit eurem Mut! Was ich euch immer schon sagen wollte: Ihr seid toll. Ich bin stolz darauf, euch zu kennen. Ihr macht das Leben eurer Fellnasen schöner und die Welt ein klein wenig besser. Euch gilt mein ganzer Respekt.

Vielen Dank

Eure Futterfrau mit Matze+Rudi

Ein besonderer Moment

In Viehlosophisches on 13. August 2010 at 12:50

Matze: Heute haben wir wieder einen ganz besonderen Moment erlebt. Ihr kennt ihn alle und ich hoffe, ihr macht ihn euch bewusst, wenn er da ist.

Das war so: Unsere Futterfrau wuselte durch die Wohnung, heute Abend kommt nämlich Besuch. Dann is das Katzenhaar-Entfernungsprogramm angesagt. Ich blieb ihr ständig auf den Fersen, bis sie ziemlich genervt war. Aber mal ehrlich- ich bin doch nur ein Kater.

Also sprang ich ihr auf den Arm- im Galopp. Sie lässt dann immer alles fallen. Manchmal geht auch was kaputt dabei. Heute aber nicht. Sie hielt mich fest und wie ein Baby auf dem Arm. Ich spreize dann immer meine Hinterbeine, lege die Vorderpfoten auf ihre Schultern und drücke meinen Kopf an ihr Gesicht.

Sie konnte gezz nich mehr rumwuseln und hat sich mit mir hin gesetzt und meinen Kopf gestreichelt. Und dann war er da- dieser Moment der Stille. Sie hat mir ins Ohr geflüstert, dass sie diesen Augenblick konservieren möchte. Mein Schnurren, wenn mein ganzer Körper bebt, meinen Geruch und wie ich mich anfühle.

Und sie war froh, dass ich bei ihr war und traurig, weil sie weiss, dass unsere gemeinsame Zeit begrenzt ist und dass wir sie nutzen müssen. Auch wenn es nur für einen Wimpernschlag lang ist.

Nicht Katze und Mensch sein- nur zwei Wesen, die sich lieben.

In diesem Sinne- viele besondere Momente auch für euch!

Euer Matze

Fixis Plüscharsch-Song

In Songs on 12. Januar 2010 at 17:45

Minka Plüscharsch und Fixi Mausebär

unser Liebespaar 2010

Rudi: Zicke gegen Macho, Charme trifft auf geballte Männlichkeit, Ups and Downs –

@Katzentweets und @HerrIdefix – Romeo und Julia oder Richard Burton und Liz Taylor der Katzenwelt.

Manno, was haben die sich gezankt. Was haben die uns genervt. Wir haben mit gelitten und mit gehofft.

Gezz sieht es echt so aus, als würde alles, alles gut. Fixi hat sich besonnen! Endlich! Er ist seinem Ruf gerecht geworden und legt seiner Liebsten sein neuestes Werk zu Pfoten.

Die Redaktion freut sich, dieses wunderschöne Poem exklusiv auf Pfotenland veröffentlichen zu dürfen. Voila:

Plüscharsch-Song

Jeden Tag sitz ich am Fenster,
und ich seh den Menschen zu,
ich lieg hier auf meinem Kratzbaum,
doch ich finde keine Ruh.

Diese eine Liebe wird nie zuende gehen,
wann werd ich sie bloß mal sehen.

Manchmal schließe ich die Augen,
stell mir vor sie wär’ beim mir,
dann denk ich an ihren Plüscharsch
und mein Herz das wird so schwer.

Diese eine Liebe wird nie zuende gehen,
wann werd ich sie bloß mal sehen.

Ooooh ich hab solche Sehnsucht,
ich verlier mein Winterfell,
ich will zu Minka Plüscharsch,
ich will zu ihr und zwar ganz schnell.

Wie oft saß ich schon im Körbchen,
wie oft sprang ich in’ Karton,
wie oft mussten sie mich retten,
vorm Versand mi’m Postillon.

Diese eine Liebe wird nie zuende gehen,
wann werd ich sie bloß mal sehen.

Ooooh ich hab solche Sehnsucht,
ich verlier mein Winterfell,
ich will zu Minka Plüscharsch,
ich will zu ihr und zwar ganz schnell.

Sie ist zwar etwas zickig,
dafür ist sie wunderschön
und ich weiß jeder Zweite hier,
kann mich garantiert verstehen.

Ooooh ich hab solche Sehnsucht,
ich verlier mein Winterfell,
ich will zu Minka Plüscharsch,
ich will zu ihr und zwar ganz schnell.

Text @HerrIdefix

 

Katzenweihnacht

In Lyrik on 18. Dezember 2009 at 14:23

Ey, Kumpels,

der HerrIdefix hat sich von der weihnachtlichen Stimmung all überall auf den Tannenwipfeln  inspirieren lassen.

Er hat der Katze seines Herzens wieder einmal so ein voll romantisches Poem gewidmet, dass wohl jede Katze und vielleicht auch der ein oder andere Kater, sich sicher wünscht, an Minka @Katzentweets Stelle zu sein.

Hier ist es. Legt euch bequem auf  eure Lieblingsdecke und genießt! *soifz*

Herr Idefix

Katzenweihnacht

Kalt geworden. Winterfell.
Dunkel wird's jetzt auch schon schnell.
Die Heizung läuft auf Stufe zwo.
Und ich denk an Dein' Plüschpopo.

Draußen leuchten bunte Lichter.
Viele Menschen, viel Gesichter.
Sie tummeln sich fast wie im Zoo.
Und ich denk an Dein' Plüschpopo.

Tannenzweige. Große. Kleine.
Rote Kugeln. Goldne Steine.
Schleifen mit viel Pipapo.
Und ich denk an Dein' Plüschpopo.

24 kleine Schachteln,
drinnen was für mich zum spachteln.
Der Pupsy freut sich, guckt schon so.
Und ich denk an Dein' Plüschpopo.

Plätzchenduft all überall.
Ganz leise ertönt Trompetenschall.
Von fern, ganz weit, von irgendwo.
Und ich denk an Dein' Plüschpopo.

Kerzen spenden zarte Wärme.
Sanftes Licht, Mensch mag es gerne.
Schatten tänzeln frech und froh.
Und ich denk an Dein' Plüschpopo.

(Die Menschheit sagt, zum Fest gibt's Barsch.
Ok, dann denk ich halt an Dein' Plüscharsch.)

(c)2009 Herr Idefix

Für alle Felle Weihnachten

In Lyrik on 18. Dezember 2009 at 14:05

Liebe Fell-Freunde, liebe Katzenmenschen,

die Redaktion von Pfotenland-Journal für Katzenkultur wünscht allen  Freunden und Lesern ein schönes und besinnliches Weihnachtsfest!

Matze

Rudi

Weihnachten im Tatzenland

Wenn Mäuschen rote Schleifen tragen

und wir an frischen Cat-Sticks nagen

Wenn Menschen nur ganz milde schauen

weil wir den bunten Baum abbauen

Wenn Bratenduft durchs Zimmer zieht

ganz leis erklingt ein Weihnachtslied

Wenn wir glücklich dann im Warmen

uns kuscheln in den Menschenarmen

weil draußen plötzlich über Nacht

die zauberhafte weiße Pracht

vom Himmel fällt so imposant

ist Weihnachten im Tatzenland

Matze+Rudi

Redaktion

Ganz tief in mir brodelt ein Vulkan…

In Lyrik on 1. November 2009 at 21:05

…der lyrischen Leidenschaft, der nur darauf wartet, zum Ausbruch gelangen zu dürfen. *nies* *nies* *nies* (Herr Idefix)

Liebe Freunde der Poesie, der Leidenschaft und Liebe !

Wir, die Redakteure von Pfotenland- Journal für Katzenkultur machen wieder unserem Namen alle Ehre und sind in die Tiefen der lyrischen Twitter-Katzenwelt getaucht, um poetische Perlen von gar seltsamer Schönheit zu bergen. In den, auf den ersten Blick unscheinbaren Tweets, fanden wir einen Mikrokosmos gärender Gefühle. Hier, für alle Fans der Reimkunst, die schönste Lyrik unserer großen Meister:

Unser bekanntestes Liebespaar der Twitter-Katzenwelt @Katzentweets und @HerrIdefix lässt die Twittergemeinde unter der Wucht der Worte erzittern.

HerrIdefix im Sehnsuchtsrausch an seine geliebte Minka:

Fast würde ich mein Leben, für Deinen Plüscharsch geben… *soifz*

Allein bin ich nur Mausebär, mit Dir, da wär ich soviel mehr.

Ich schnurre hier ganz sehnsuchtsvoll und sabber dabei ziemlich doll.

Die Fernbeziehung stellt HerrIdefix auf eine harte Probe und lässt ihn reimen, bis sich das Fell sträubt und sich die Schnurrhaare kräuseln:

Dein Plüscharsch liebste @katzentweets, ist mir Gedicht genug, allein dass er so fern von mir, erreichbar nur mi’m Zug,…

… bereitet meinem kleinen Herz, so ganz dezenten Kummer, ach wäre ich doch ganz nah bei Dir, dann schöben wir ne Nummer. (Text entf./Die Red.)

Hätt‘ ich Tinte auf dem Füller, unser Nachwuchs wär der Knüller.(Text entf./Die Red.)

Gerade große Dichter kämpfen mit der Eifersucht. Minka Katzentweets lebt nun in einer (rein platonischen) WG mit Caspa, einem jungen, dynamischen Kater zusammen. Obwohl er eindeutig sexuell in eine andere Richtung tendiert und sich sehr zu HerrIdefix’ Mitbewohner @Pupsylotta hingezogen fühlt, gibt unser Poet seiner Besorgnis in folgenden Versen Ausdruck:

Oh @katzentweets ich bet Dich an, wär doch so gern Dein einz’ger Mann, doch dieser Caspa, elender Schuft, darf schnuppern Dein betörend Duft.

Leid der Liebe, Tränen der Trauer, ein Wolkenbruch, ein feuchter Schauer. So küss ihn nur, Du holde Maid – und sei es auch zum Zeitvertreib.

Minka Katzentweets hingegen glaubt unerschütterlich an die Liebe und tröstet ihren Mausebären mit:

Küss die Pfote, schöner Fixi, wenn ich in deine Augen schau, bin ich dem 7. Himmel nah… *träller*

Zum Glück besteht das Twitterleben nicht nur aus Liebe, Herz und Schmerz. Auch kernige Katerfreundschaften entstanden. Und so richtig Spaß haben wir dann, wenn wir Kerle mal unter uns sind:

HerrIdefix: Wir lagen vor Madagaskar, und hatten den Matze an Bord, in der Koje da maute der Rudi, der Fixi gab tapfer den Lord.

TerrorCatGang Matze: Habt acht, Twitterfreunde, habt acht, habt acht.Wenn des Fixis große Klappe ertönt, ja dann ist die Minka so still

TerrorCatGang Matze: ja so still. Weil sie sich nach diesem Grohoßmaul sehnt, das sie gerne einmal niederknutschen will.

Wir Jungs sind nämlich überhaupt die Größten…

HerrIdefix: Ich bin so schön, ich bin so toll, ich bin der Fixi wundervoll. Und die Miezen die mich grüßen, das sind nur die richtig süßen…

TerrorCatGang Rudi: Ich bin der Rudi-Kater. Was soll nur das Theater. Ich bin der Chef vons Ganze, das weiß doch jede Wanze.

TerrorCatGang Matze: Ich bin der Matz, ich bin ein Schatz, die Miezen liegen mir zu Pfoten- hier und bis zu den Lofoten.

…und die Groupies liegen uns zu Pfoten:

Marzi_Champi : @TerrorCatGang @HerrIdefix  Ihr reimt so schön ins Blaue, da quittieren wir mit Gemaue, ihr Jungs reimt voll toll, das mögen wir doll!

Und hier möchten wir euch noch einen neuen Kumpel mit viel künstlerischem Potential vorstellen. Hier wächst ein Nachwuchstalent heran:

EltonTheCat: Grüne Augen schaun mich an, oh @KatzeLucy, ich bin dir so zugetan. Ich will dich putzen und umhegen und dir all‘ meine Catsticks geben.

Wir verabschieden uns für heute mit den Worten von:

Dizzy Doolittle: Liebe Kinder, gebt fein acht, die Dizzy sich vom Acker macht. Da guckt ihr blöd, das hilft nur nicht, die geht jetzt echt und löscht das Licht.

Matze+Rudi

Who the fuck is Schnurrbert van der Leyer?

In Songs on 9. Oktober 2009 at 19:35

Matze: Zahlreiche Anfragen trafen in der Redaktion ein. Schnurrbert van der Leyer?

Gibt es ihn wirklich? Handelt es sich hier um ein Fake? Ist er ein Kater aus Fleisch und Fell? Wo lebt er? Wo können wir mehr über sein künstlerisches Schaffen erfahren?

Auf Anfrage der Redaktion brach der zurückgezogen lebende Künstler sein Schweigen und beantwortete Reporter Rudi die drängendsten Fragen.

Rudi: Ich durfte noch einmal meinen Kumpel Schnurrbert besuchen. Wir aßen ein wenig gegrilltes Huhn und plauderten. Über Kunst und Musik und das Leben und die Menschen. Hinter jeder erfolgreichen Katze steht nämlich auch ein Mensch, der ihr seine Stimme leiht. Schnurrberts Stimme heißt Dirk Schulte. Die beiden teilen in enger mentaler und künstlerischer Verbindung ihr Leben.

Und wir haben zusammen voll cool ne Runde abgerockt.

Schnurrbert und Rudi rocken

Schnurrbert und Rudi rocken

Hier ist das Interwiejuh:

Rudi: Hast du ein Sternzeichen und wenn ja, welches?

Schnurrbert: Schütze, Aszendent Jungfrau.

Rudi: Die Mädels interessieren sich sicher für deine Lieblingsfarbe. Ich ja nich so.

Schnurrbert: Alle Brauns – am liebsten Van-Deyck-Braun und Chamois.

Rudi: Hast du noch Hobbies außer, na du weißt schon?

Schnurrbert: Früher: Autos zählen. Heute: Spät ins Bett gehen.

Rudi: Ich weiß, dass du Thunfisch magst.Was ist dein Lieblingsgericht?

Schnurrbert: Thai-Curry und Pizza aus dem Alfredo-Pizza-Ofen.

Rudi: Kannst du lesen? Was ist dein Lieblingsbuch?

Schnurrbert: Knut Hamsun: „Mysterien“.

Rudi: Na gut…ähm..Hast du auch einen Lieblingssong… ähm, der nich von dir is?

Schnurrbert: Das ist aber echt schwer. „Sailing to Philadelphia“ von Mark Knopfler steht jedenfalls ganz oben.

Rudi: Mark Knopfler! Da bin ich auch ein Fan von! Wie isses denn mit Lieblingsfilmen?

Schnurrbert: Ist ja noch schwerer! „Und täglich grüßt das Murmeltier“,  „Die fabelhaften Baker Boys“ und „Down by Law“ gehören defintiv dazu. Oh- und natürlich „Lost in Translation“.

Hilfe- das sind ja alles Ami-Filme, merke ich gerade. Also – auch die alten, in Schwarzweiß gedrehten französisch-italienischen Krimis mit Lino Ventura, Alain Delon und Jean Gabin werden gern gesehen

Rudi: Puh, hätte ich mal bloß nich gefragt. Wie bist du zur Musik gekommen?

Schnurrbert: Da, wo man versuchte, mich aufzuziehen, wars ödend langweilig – nicht mal ne Autobahn in der Nähe, um weg zu trampen.

Gitarre und Querflöte waren die letzte Rettung, sonst wäre ich vermutlich heute der nette ältere Herr mit der Nickelbrille hinter dem Bankschalter. Zum Glück gabs aber noch ne kleine Handvoll gleichgepolter Verrückter, mit denen man Krach – ähem – Musik – machen konnte. Mit 16 Jahren fing die musikalische Reise an und irgendwie bin ich immer noch unterwegs . . .

Rudi: Hast du auch einen normalen Beruf?

Schnurrbert: Weil mir vor lauter Langweile nix vernünftiges einfiel, bin ich Buchhändler geworden und habe ganz viele Simmels und Konsaliks und Heinz-Erhardt-Bücher verkauft. Das entpuppte sich nach ner Weile als das Langweiligste überhaupt – und hätte ich nicht in dieser Zeit so tolle DichterInnen wie Else-Lasker-Schüler, Paul Eluard, Jacques Prevert oder Richard Brautigan lesen und lieben gelernt, dann hätte ich es nicht bis zur Prüfung durchgehalten.

Rudi: Was machst du sonst noch, außer Musik?

Schnurrbert: Schreiben, schreiben und schreiben. 2007 gabs wieder mal einen Gedichtband mit dem Titel „Kraft unter unseren Schwingen“. Darin wechseln sich meine Gedichte mit tollen Fotografien von Friedhofsengeln ab, die die Fotografin Agnes Bläsen-Jansen auf Friedhöfen im In- und Ausland gemacht hat.

Letztes Jahr hab ich ein Hörbuch mit Reise- und Naturgedichten veröffentlicht („Ich aber seh die Halme wehn…“) –

Neuerdings kann man auch Briefe von mir im Internet lesen, die ich an eine alte Freundin schreibe – „Briefe an Marie“.

Und dann gibt es noch den Roman, der, wenn weiter so viel dazwischen kommt, wahrscheinlich pünktlich zu meinem Renteneintritt mit 67 erscheint.

Von den Puppen-Fotos, die ich seit einiger Zeit mache und die es bald käuflich zu erwerben gibt, erzähle ich ein andermal . . .

Rudi: Was erwartet die Hörer auf deinen CDs? Außer Musssik natürlich…

Schnurrbert: Paragraf 1: Kein Krach – Paragraf 2: Kein Kitsch – Paragraf 3: Kein Dolby Surround.

Es sind vorwiegend ruhige Chansons über die großen Dinge nachts, über vermeintliches Scheitern und die Siege des Augenblicks. Oft melancholisch wie die Liebe, aber nie so düster, dass man sich die Kugel geben müsste. Wer es liebt, einen Song durch mehrmaliges Hören immer weiter zu entdecken, wer sich gern auf ergebnisoffene innere Reisen macht, der ist bei mir richtig.

Rudi: Ah, oh, ja! Welche deiner CDs würdest du Einsteigern empfehlen?

Schnurrbert: Das hängt ganz davon ab, wo sich die/der Einsteigende gerade befindet. Ich denke, mit „Schlachfeld Liebe“ oder mit „Dreizehn Häutungen“ kann man sich sehr gut in meine Welt einschwingen. Wer gleich mit was Aktuellem einsteigen möchte, dem sei die 2008 erschienene CD „Freibeuterherzen“ empfohlen.

Rudi: Kann man dich auch live erleben?

Schnurrbert: Im Moment definitiv nicht. Nach langen Jahren des (musikalischen) Unterwegsseins genieße ich die Abgeschiedenheit meines kreativen Laboratoriums und konzentriere mich lieber drauf, inspirierende CDs zu produzieren.

Rudi: Was sind deine aktuellen Projekte?

Schnurrbert: Gerade bereite ich ein Hörbuch mit den oben erwähnten Engel-Gedichten vor. Im nächsten Jahr wird es sowohl neue Lyrik als auch neue Musik geben.

Und von den Puppen-Fotos, die ich seit einiger Zeit mache und die es bald käuflich zu erwerben gibt, wollte ich ja ein andermal erzählen 😉 . . .

Rudi: Danke, Schnurrbert und – ähem Dirk – für dieses Interview!

Schnurrbert: Danke dir, Rudi! Und weils so schön war, schenke ich allen Pfotenland-BesucherInnen einen Song aus meinem Album „Freibeuterherzen“. Er heißt „Die Kähne am Kanal“ – viel Spaß beim Hören!

Rudi: Und das is nämlich mein Lieblingssong. Da spielen Katzen mit und Mücken und Schwäne!

>> Dirk Schulte: „Die Kähne am Kanal“ MP3

>> Dirk Schulte: „Die Kähne am Kanal“ Text

>> Webseite Dirk Schulte

>> Webseite Dirk Schulte CD „Freibeuterherzen“

>> Lyrik-Band „Kraft unter unseren Schwingen“

>> Dirk Schulte: „Briefe an Marie“

Twitterkatzen-Song von Schnurrbert van der Leyer

In Songs on 6. Oktober 2009 at 23:18

Matze: Liebe Freunde,

ein Format wie PfotenlandJournal für Katzenkultur lebt von seinen Lesern und wird durch die Leser lebendig, die mit ihren Beiträgen das Niewoh Niveau bestimmen und damit fordern und herausfordern, begeistern und informieren. Eure Kommentare beweisen: Die Redaktion ist auf dem richtigen Weg- in unseren Katzenköpfen steckt mehr als nur Catsticks, Garnelen und Thunfisch!

Äußerst kreative Felle finden sich unter unseren Twitter-Freunden. Von journalistischem Können bis hin zur feinen, feinsten Poesie präsentiert sich ein kulturelles Spektrum, das bisher nur im Verborgenen blühte und nun uns allen zugänglich gemacht wird. Dafür danken wir euch!

Unser Freund und Kumpel @HerrIdefix hat sein Innerstes nach außen gekehrt und uns mit seiner „Eine Ode an die Liebste“ (Minka Plüscharsch @Katzentweets) zu Tränen gerührt.

Die Redaktion hat weder Kosten noch Mühen gescheut, um dieses epochale Werk der Katzen-Weltliteratur endlich vertonen zu lassen.

Rudi: Ey, für euch nur das Beste! Wir haben einen ganz tollen Sänger, Liedermacher und Komponisten  für Fixis Gedicht gewonnen und der hat einen Song daraus gemacht. Einen „Twitterkatzen- Song“. Boah, das ist der HAMMER! Ich habe ihn interwiejuht. Ich war voll aufgeregt, aber er ist sehr nett, und dann haben wir noch etwas Lachs gegessen. Erst wollte ich den Song singen, aber er meinte, lass das man Rudi, das hört sich scheiße komisch an irgendwie.

Und gezz stelle ich ihn vor.

Pfotenland presents: Schnurrbert van der Leyer, bekannt durch zahlreiche Veröffentlichungen im CD- und Printbereich.

Schnurrebert van der Leyer

Schnurrbert van der Leyer

Rudi: Herr van der Leyer, kann ich bitte ein Pfotogramm haben?

Schnurrbert: Ja!

Rudi: Schnurrbert, darf ich Du sagen?

Schnurrbert: Ja!

Rudi: Du darfst auch Du sagen.

Schnurrbert: Ja!

Rudi: …und? Warum haste gezz nen Song draus gemacht?

Schnurrbert: Tiefe Poesie, mitreißende Rhythmik, Hitpotenzial. Dieser Song gehört ab sofort in jedes Ohr und auf jede Katzenzunge. Schwänze und Pfoten sollen wippen, die Welt der Pfoten war reif für die….(Unterbrechung).

Rudi: Äh…ja …danke, verstehe.

Schnurrbert: Ja!

Rudi: Letzte Frage: Mein Kumpel Matze hätter gern was mit Geigen gehabt. Warum keine Geigen?

Schnurrbert: Geigen? GEIGEN! Da kräuseln sich komplett meine Katerkrallen! Der Autor ist kein Typ für GEIGEN! Das ist ein ganzer Kerl, dieser Idefix! Geigen! Das muss grooven, swingen, fetzen, mitreiß….(Unterbrechung).

Rudi:…äh, ja…danke…verstehe!

Schnurrbert: Ja!

Matze: Ja, ähm…das war das Interwiejuh. Und hier, ihr Pfoten, exklusiv für Pfotenland – Journal für Katzenkultur:

Schnurrbert van der Leyer: Ode an die Liebste

Komposition, Gitarre, Gesang:
Schnurrbert van der Leyer

Text: Herr Idefix
(bereits veröffentlicht in der Rubrik Lyrik)

>> Text „Ode an die Liebste“


Lass los

In Viehlosophisches on 1. Oktober 2009 at 23:15

Futterfrau: Zuerst einen Dank an die Redaktion, dass sie mir ein Plätzchen für diesen Artikel zur Verfügung stellt (ich mache es wieder gut, Bengels).

Es gibt Dinge, die mich so sehr beschäftigen, dass sie irgendwann aufs Papier müssen. Seitdem meine Kater twittern, habe ich viele neue Bepelzte kennen- und schätzen gelernt. Ihre Menschen geben ihnen eine Stimme. Jedes Tier ist mir mit seiner Einzigartigkeit vertraut geworden. Ich lebe, leide und weine auch mit, wenn es um Verlust, Krankheit und Tod geht.

Ich rechtfertige und erkläre mich nicht mehr deswegen. Mir gehen die Argumente aus, bei:

„Meine Güte, es ist doch nur ein Tier“.

Soll ich bis zum Sanktnimmerleinstag betonen, dass mich das Elend auf diesem Planeten keineswegs kalt lässt, nur weil ich Tiere liebe?

Möglicherweise haben Menschen, die ihr Leben mit Tieren teilen, eine Herzkammer mehr.

So einfach ist das.

Diese Menschen finden sich überall. In unzähligen Foren, bei Twitter. Auf Partys mit fünfzig Gästen treffen die drei aufeinander, die mit Katzen leben. Begegnet mir jemand, der mir auf Anhieb sympathisch ist, entdecke ich (meistens) Katzenhaare auf Pulli oder Hose.

Wer jetzt weiter liest gehört zu diesen Menschen und ist bereit sich auf  mein eigentliches Thema einzulassen, mit dem ich in den letzten Wochen verstärkt konfrontiert wurde:

Eine Katze, die mir vertraut geworden ist stirbt, eine ist krank, eine andere wird vielleicht  ihre Krankheit nicht überstehen. Wenn ich die verzweifelten Nachrichten lese, bin ich plötzlich ganz nah dabei. Da waren Taboo, Ossy, Murphy, Yoda, Jedi und Muffin. Taboo starb mit 19 Jahren an Altersschwäche in meinen Armen, Yoda an einer schweren Krankheit.

Er lag einen Tag nach einem Tierarztbesuch tot da. Er hat mir die Entscheidung abgenommen.

Bei den anderen musste ich sie treffen.

Ich schrieb einmal einem guten Freund: „Es steht schon wieder das schwere Gerät bereit, um ein Stück meiner Herzwand einzureißen. Es hört nie auf. Was soll ich tun?“

Ich bekam von ihm, einem langjährigen Buddhisten, eine Antwort, die ich nie vergesse, die ich wie ein Mantra mit mir trage und die ich an euch weitergebe. Er schrieb mir: „Der Tod ist ein Teil des Lebens. Lass los.“

Dieses Bild des „loslassens“ tröstet mich. Auch die Möglichkeit, bei unseren Tieren Leiden zu verkürzen und  ihnen den Weg frei machen zu können, für eine andere Ebene, an die ich fest glaube.

Bette den Schlaf in ein Lied.
Wenn sich im Strom die Konturen verwischen,
schuppen sich silbern die  Zeiten.
Der Klang, der über die Ebenen zieht,
wird dir das Meer von den Wangen fischen.
Es öffnen sich neue Weiten.

Hinter dem Horizont verborgen,
treibt dich ein Segel in den Morgen.
(AM)

Eine Ode an die Liebste

In Lyrik on 14. September 2009 at 17:22

Matze: Exklusiv in Pfotenland-Journal für Katzenkultur, hier das neueste Poem des begnadeten Lyrikers, Sängers und Liedermachers @HerrIdefix. In bewegenden Worten beschreibt er seine Liebe zu Minka @Katzentweets und erschafft zugleich eines der schönsten Werke der Katzenweltliteratur.

HerrIdefix

HerrIdefix

Ode an die Liebste

Mein Leben war, betracht ich’s so,
oft nicht recht spannend, wenn auch froh.
Laserpointer, Catnipmäuse,
ich hat‘ noch nicht mal echte Läuse.

Tagein tagaus etwas Gemaule,
auf dass die Menschheit mich zart kraule,
ein wenig schmusen oder spielen,
und Catsticks durften niemals fehlen.

Doch eines Tages, am Puls der Zeit,
da war es auch bei mir so weit.
Zwo Null so hieß es überall,
sei geiler noch als der Urknall.

Als Großstadtkater, Mann von Welt,
sah ich auch gleich, ja, das gefällt.
Bei Twitter legte ich dann los,
das geht ja da auch ohne Moos.

So surfen ohne nass zu werden,
das ist des Katers Glück auf Erden,
doch übertroffen ward es schnell,
als ich erblickt, Dein edles Fell.

Minka Katzentweets

Minka Katzentweets

So wie ein Blitz traf es mich schier,
des Amors Pfeil steckt‘ tief in mir,
wenn ich in Deine Augen sah,
Dein Plüscharsch war mir so arg nah.

So lieg ich nun auf meiner Hilde,
blick täglich auf dich, auf dein Bilde,
und freu mich sehr, dass es dich gibt,
Du @Katzentweets, ich hab Dich lieb.

©2009 Herr Idefix

Anm. der Red.: Dieser Song wurde vertont und ist in der Rubrik „Songs“ zu finden.