Journal für Katzenkultur

Archive for the ‘Hauptsache gesund’ Category

Katzenbisse, Krallen und eine Warnung

In Hauptsache gesund on 1. September 2012 at 12:16

nMatze: Hallo Kumpels,

die FF möchte gerne was schreiben. Wir haben ihr deshalb den Redaktionsschlüssel überlassen. Dem Rudi is das alles voll peinlich. Aber nun ja…

Liebe Freunde,

ich habe das dringende Bedürfnis, euch allen ein paar Informationen zukommen zu lassen. Die letzte Woche hat sich ja leider bei uns ziemlich turbulent gestaltet. Hätte ich meinen Verstand eingeschaltet, wäre alles anders gekommen. Ihr habt immer wieder gefragt, was genau passiert ist. Einige von euch haben nicht alles mitbekommen, deshalb erzähle ich euch die Geschichte jetzt ausführlicher. Nicht aus Sensationslust, sondern in der Hoffnung, dass ihr im Falle eines Falles alles besser machen werdet.

Wir Katzenbesitzer sind ja bekanntlich hart im Nehmen. Wir leben mit diversen Kratzern und überleben sie natürlich auch problemlos. Auch den einen oder anderen (oberflächlichen!) Biss haben wir weggesteckt und machen uns keine großen Gedanken, wenn es uns dann plötzlich richtig erwischt.

Meinen ersten richtig fiesen Katzenbiss fing ich mir vor gut 12 Jahren ein. Eine Urlaubskatze (wir waren zu der Zeit mal ein katzenloser Haushalt) bekam bei uns Junge und ließ alle Familienmitglieder daran teilhaben. Dann kam SGMaus in den Semesterferien nach Hause und nahm die Wohnung in Beschlag. Katze Sissi knurrte sie jedes Mal warnend an, wenn sie an der Wurfkiste vorbeiging. Ich schätzte die Situation total falsch ein und ahnte nichts Böses, weil diese Katze immer völlig ohne Aggression war.

SGMaus baute ihren PC auf, wollte ihn unter dem Tisch einstöpseln und war plötzlich auf Augenhöhe mit Sissi und ihren Babys. Ich stand daneben, hörte Geknurre und konnte gerade noch meine Hand zwischen SGMaus‘ Gesicht und einer völlig entfesselten Katzenmutter halten. An meiner Hand hing ein knurrendes fauchendes Etwas. Ich musste Sissi gegen den Türrahmen schlagen, damit sie von mir abließ. Natürlich floss Blut in Strömen. Natürlich war nichts zum Desinfizieren im Haus außer einer Flasche Korn. Natürlich nahm ich die Sache nicht ernst. Zwei, drei, vier Tage später war die Hand so angeschwollen, dass es selbst mir mulmig wurde. Ich bin zum Hausarzt gegangen. Der drohte mit der Handchirurgie, wenn seine Behandlung nicht anschlagen würde. Ich hatte Glück, es dauerte lange aber es ging alles gut. Von dieser Geschichte gibt es kein Foto.

Zwei Jahre später sah die Sache schon anders aus. Da war ich mit Muffin- Sissis Tochter- beim Tierarzt. Während des Fiebermessens schaute der Arzt verträumt vor sich hin und bewegte dabei das Thermometer. Muffin erschrak und biss in die Hand, die ihren Kopf streichelte- klar- in meine!

Wieder floss Blut, aber die FF ist ja nicht doof, nä? Am gleichen Tag noch schlug ich in der Krankenhausambulanz auf. Das konnte ja diesmal nicht so schlimm sein.

Und jetzt sage euch was: Wenn ihr mit einem Katzenbiss ins Krankenhaus kommt, habt ihr die Show im Kasten! Ruckzuck stand der Chef der Handchirurgie parat und erzählte mir mit bedenklichem Blick Katzenbiss-Horrorgeschichten. Nun hieß die Devise: ruhig stellen.

Ich bekam eine Gipsschale um die komplette Hand, samt Daumen. Es war die rechte, was die Sache nicht gerade alltagstauglich machte. Ich war komplett aus dem Verkehr gezogen. Vierzehn Tage lang täglich zur Ambulanz, Gipsschale ab, Wunden reinigen, Gipsschale dran. Dazu natürlich Antibiotika. Ein paar kleine Narben erinnern mich noch daran. Wie „unhandlich“ dieser Verband war, seht ihr hier:

Bisswunde

Nach dieser langen Vorrede ist euch sicher klar, dass ich mich Katzenbissverletzungen betreffend für einen Vollprofi hielt. Aber auch die schlaue FF hat wieder dazu gelernt:

Katzensicherheit

Vor 14 Tagen sitze ich (vermutlich munter dumme Dinge twitternd) auf dem Sofa. Matzemann wärmt meine Füße, es sind ja schließlich nur 25 Grad. Rudi tummelt sich draußen. Plötzlich höre ich völlig ungewohnte Katzentöne. Ein tiefes lautes Geheul. Mein erster Gedanke: Da ist eine fremde Katze ins eingezäunte Revier eingedrungen und bringt gerade meinen Rudi um. Barfuß starte ich durch und sehe Rudi draußen auf dem Kletterbaum vor dem Fenster.

Matze und Rudi am "Unglücksfenster"

Durch dieses Fenster können die Bengels von draußen in die Wohnung. Es ist entweder ganz auf oder ganz zu. An diesem Tag ist es gekippt, zum ersten und jetzt auch letzen Mal. Ich kenne die Gefahren bei gekippten Fenstern. Ganz ehrlich. Aber unsere Altbaufenster haben so eine tiefe Fensterlaibung, dass kein Katzenkopf dazwischen passt.

Ich will wissen was im Innenhof los ist, werfe einen Blick durchs Fenster und stelle entsetzt fest, dass Rudi mit der Vorderpfote im Kippfenster festklemmt. Er zappelt und schreit und zappelt. Ich versuche vergeblich, von innen die Pfote nach oben zu schieben und sehe ihn schon vor meinem geistigen Auge von der Plattform stürzen und mit seinem ganzen Gewicht an einer Pfote  im Fenster hängen.

Kletterbaum mit Fenstereinstieg

In diesem Fenster hing Rudi von außen mit der Pfote fest

Ich habe überhaupt nicht mehr gedacht. Ich bin über die Terrasse die Treppe runter in den Innenhof gesaust, habe mir die Leiter geschnappt (die zum Glück dort lag!), habe in der Hektik nicht geschafft, sie komplett aufzubauen und bin dann wie ein Affe den Kletterbaum hoch. Oben angekommen greife ich mir sofort Rudis Pfote und schiebe sie aus dem Fensterspalt. Das ging zum Glück problemlos. Der panische Rudi klammert sich an mir fest, lässt sich dann aber auf einer Plattform absetzen und verlässt den Baum selbstständig. Er tritt vorsichtig auf, hat aber keine Schmerzen beim Abtasten, legt sich aufs Bett und schläft sich den Schock aus dem Körper.

Ganz langsam normalisiert sich mein Adrenalinspiegel und nach einer halben Stunde sehe ich verblüfft, dass Blut über meinen Arm läuft. Ich habe ein Pflaster drauf gemacht. Da hatte ich ja Dusel- es war keine Bisswunde!

Fast eine Woche beobachte ich die Verletzung. Es wird nicht schlimmer- aber auch nicht besser. Die blutenden Stellen verheilen. Aber da ist eine Stelle, die nicht geblutet hat. Die ist etwas geschwollen und heiß, tut weh wenn ich sie berühre und schillert in allen Regenbogenfarben. Mehr eigentlich nicht. Es ist ja auch keine Bisswunde! Am Montag passierte diese Geschichte, am Samstag bitte ich meine Freundin, eine OP-Schwester, mal „einen Blick drauf zu werfen“. Sie empfiehlt natürlich einen Arztbesuch am Montag, bringt mir Salbe und telefoniert mit einem befreundeten Chirurgen.

Na ja, ist klar, schon am Sonntag steht sie auf der Matte und schleppt mich ins Krankenhaus. Ich bin natürlich fest der Meinung, dass diese läppische Verletzung ambulant zu wuppen sei. Aber wie schon erwähnt, bei Katzenbissen und wie es jetzt aussieht auch bei Krallenverletzungen, geht bei den Ärzten die Post ab. Mir wird schnell klar gemacht, dass die Wunde aufgeschnitten werden muss und zwar ziemlich tief. Das Gewebe muss ausgehöhlt werden und alles was entzündet ist muss raus. Das geht nur unter Vollnarkose, auch bei ganz harten Katzenbesitzern.

Am Montag melde ich mich also brav morgens um 7Uhr im Krankenhaus und werde um 14Uhr erst als Letzte operiert. Meine Freundin hatte das schon vermutet, weil bei Tierverletzungen der OP der speziellen Keime wegen anschliessend ganz besonders sterilisiert werden muss.

Alles ging gut. Ich wurde am Dienstag entlassen. Ich bin nun fast eine Woche jeden Tag ins Krankenhaus gefahren. Die Wunde wurde nicht genäht, sondern muss von innen heilen. Sie wurde täglich gespült, mit dieser antiseptischen Gaze vollgestopft und neu verbunden. Das war nicht wirklich lustig. Ab heute darf ich sie selber spülen und verbinden und in der nächsten Woche übernimmt der Hausarzt die Kontrolle. Die Verletzung sieht aus wie eine Schusswunde, ist so tief, dass man einen Daumen darin versenken kann und reicht bis in die Muskulatur. Da soll angeblich ne ordentliche Narbe bleiben.

Aktueller Stand nach der OP

So, liebe Freunde, ihr habt jetzt verstanden, was ich euch erzählt habe? Habt ihr es auch wirklich begriffen?

Tierverletzungen sind keine Lappalien und Katzenverletzungen schon gar nicht ! Geht zum Arzt, wenn ihr mit Katzenzähnen oder Krallen kollidiert! Sofort! Das Schlimmste, was euch passieren kann ist, dass man euch für hysterische Weicheier hält. Das Beste aber ist, dass ihr euch ne Menge Ärger ersparen könnt.

Und wenn ihr meint, dass ich übertreibe und einfach nur Pech hatte, dann befragt bitte unseren Freund Google zum Thema.

Keine meiner Katzen hat mich jemals aus Bosheit oder Aggressivität angegriffen. Alle Verletzungen zog ich mir ausschließlich auf Grund meines Fehlverhaltens und falscher Einschätzung der Situation zu.

Bleibt und werdet gesund

Eure FF

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Vom Pinkeln und der Suppenkelle

In Hauptsache gesund on 3. Januar 2012 at 17:05

Liebe Menschen,

eigentlich müsste es euch klar sein, dass wir zu den sehr sauberen Spezies gehören.Wenn wir bei euch einziehen genügt es, uns das Klo zu zeigen und wir benutzen es sofort und zuverlässig. Die meisten von uns graben sich fast bis nach China durch, um die Hinterlassenschaften nicht mehr riechen zu müssen. Wir haben nämlich sehr empfindliche Näschen.

Aber die Geschichte des Katzenklos  ist auch eine Geschichte voller Missverständnisse.

Manchmal reagieren wir anders als geplant, eröffnen in der Wohnung eine Pinkelecke und machen uns bei euch äußerst unbeliebt. Das nennt man in Katzenkreisen „Protestpinkeln“. Wir sprechen nämlich eine andere Sprache und versuchen euch quasi pantomimisch zu vermitteln, dass etwas nicht stimmt- entweder mit dem Klo oder mit uns. Jetzt liegt es an euch, herauszufinden was uns stört.

Wir haben in einer repräsentativen Umfrage unter unseren Kumpels folgende Gründe zusammengetragen:

Wir sind gerade bei unseren Menschen eingezogen und ein anderes Klo gewöhnt. Ein Klo mit Dach oder eines ohne- auf jeden Fall nicht das, was uns zur Verfügung gestellt wird.

Das Klo ist zwar okay, aber es steht an der falschen Stelle. Möglicherweise ist es hier zu laut oder jeder latscht daran vorbei und uns fehlt einfach die nötige Diskretion.

Das Klo ist okay, der Ort auch, aber die Streu ist nicht unser Ding. Da hilft nur ausprobieren oder fragen welche wir gewöhnt sind. Ein paar unserer Findel-Katzen-Kumpels sind und bleiben allerdings Freigänger und überzeugte Botanik-Pinkler- und ihr-wisst-schon-was. Die müssen dann eben die Möglichkeit bekommen, ihr Geschäft open Air zu verrichten.

Manchmal werden wir auch Mitglieder einer Wohngemeinschaft und wollen unser Klo nicht mit anderen teilen. Die Faustregel lautet: Ein Klo mehr als Katzen vorhanden sind aufstellen.

Wenn Equipment und Atmosphäre stimmen und wir plötzlich Parkett, Flokati oder Wasserbett bepinkeln, wird es kompliziert. Dann haben wir keineswegs eine Schraube locker, sondern ein Problem. Entweder hat sich etwas in unserem häuslichen Umfeld verändert das uns gar nicht gefällt oder wir sind schlicht und ergreifend krank. Auf keinen Fall wollen wir aber unsere Menschen ärgern. Wir bitten um Hilfe, zeigen unseren Unmut oder unsere Schmerzen und sind mehr denn je auf das Verständnis unserer Dosenöffner angewiesen.Wenn die aber psychische Probleme ausschließen können, weil zu Hause alles ist wie immer, ist es an der Zeit, körperliche Ursachen zu vermuten.

Die erste Katze die bei der FF wohnte, benutzte immer korrekt ihr Klo. Irgendwann pinkelte sie in die Badewanne und ins Waschbecken. Die FF konnte sich das nicht erklären, bis sie Blutspuren auf der weißen Keramik sah. Taboo hatte also eine Blasenentzündung und brachte vermutlich die Schmerzen beim Wasserlassen mit dem Klo in Verbindung.

Wir fassen zusammen: Bei plötzlicher unerklärlicher Unsauberkeit (auch beim großen Geschäft) führt der erste Weg zum Tierarzt. Und zwar pronto!

Und jetzt kommt die Schrecksekunde aller Dosenöffner: Der Tierarzt verlangt nach einer Urinprobe! Er empfiehlt dieses teure Spezialstreu, das wir natürlich nicht benutzen. Es gibt ein paar Urinauffang-Tipps, die bei dem einen Kumpel funktionieren, bei dem anderen nicht. Bei uns wird nur noch der „Suppenkellen-Trick“ angewandt. Den verraten wir euch jetzt, denn er funktioniert bei uns beiden 100% zuverlässig in dieser Variante:

Der Suppenkellen-Trick

Die Chance auf eine volle Blase ist bei uns nachts am größten.

Das frisch gemachte Klo wird dann ins Wohnzimmer gestellt. Das finden wir nämlich total interessant. Es dauert keine 10 Minuten und der erste von uns sitzt drin. Die FF wartet, bis sich der Proband zurechtgerückt hat (Nerven behalten!) .Wenn es erst mal „läuft“ können wir nämlich nicht mehr stoppen.Wichtig ist, diesen Moment wirklich abzuwarten, sonst wird das nix.

Die FF nähert sich von hinten mit der bereits zurechtgelegten Suppenkelle und schiebt sie einfach unter den Po. Es gerät zwar immer auch etwas Streu mit in den Urin, aber das macht nichts. Bei uns landet immer der komplette Blaseninhalt in der Kelle.

Dann zieht die FF den Urin in eine Einwegspritze und legt sie in den Kühlschrank (wat mutt, dat mutt, bäh). Da wir Nachtpinkler sind, reicht es, die Ausbeute am nächsten Morgen zum TA zu bringen.

Für uns hat das Thema Urinprobe seinen Schrecken verloren.

Wir sind aber gespannt, ob ihr ähnliche Erfahrungen gemacht habt oder andere Tricks wisst.

Matze+Rudi

Redaktion

Die Sache mit dem Futter

In Hauptsache gesund on 24. Oktober 2011 at 17:50

Matze: Wir waren ja mal die nörgeligsten Kater der Welt. Wir wollten kein gesundes Futter. Wir wollten Fresschen mit vielen Lockstoffen, weil uns dann immer das Wasser im Mäulchen zusammenlief. Und wir haben es auch bekommen, weil die FF es erst nicht besser wusste und als sie es wusste, hatte sie Angst, dass ich verhungere. Ich bin nämlich dünner als der Rudi.

FF: Ich erzähle mal weiter. Vor Matze und Rudi gab es ja schon ein paar Katzen in meinem Leben.

Meine erste Katze Taboo und ihre Nachfolger wurden damals mehr instinktiv ernährt. Es gab ja noch kein Internet, nur ein paar Katzenbücher in meinem Regal. Darin stand die wichtigste Regel: Keine Tischabfälle füttern! Daran hielt ich mich. Ich fütterte das, was es in den Supermärkten gab und im Fernsehen mit niedlichen Spots beworben wurde. Ich war sicher, das Richtige zu tun, denn „Billigfutter“ kam schon damals nicht in den Napf. Allerdings fütterte ich regelmäßig Frischfleisch zu, den Begriff „barfen“ gab es noch nicht. In den Näpfen war Rindergulasch, Rinderherz, rohe Leber bei Verstopfung, gekochte bei Durchfall. Hühnerfleisch und Fisch war auf dem Plan und zu besonderen Gelegenheiten auch Tartar. Ein Schälchen Trofu einer bekannten Marke stand immer zur freien Verfügung.

Taboo liebte Rohfütterung, Ossy und Murphy mochten Rohes zwar, bevorzugten aber Dosenfutter.Yoda, Muffin und Jedi zogen nur die Nase kraus und verweigerten Fleisch und Fisch in jeder Form. Ich gab irgendwann auf- ich fütterte ja schließlich diese teuren Sorten- auch die, mit dem Petersiliensträußchen am Tellerrand.

Taboo wurde stolze 19 Jahre alt, war bis auf Kleinigkeiten nie krank. Zufall? Alle anderen starben in jungen Jahren an unterschiedlichen Erkrankungen.

Als Matze und Rudi bei uns einzogen, gehörte das Internet schon zu meinem Alltag. In den diversen Katzenforen war Ernährung das Thema, mit dem ich mich am häufigsten beschäftigte. Bisher gab es für die Bengels noch diese kleinen Schälchen mit dem schwarzen Kater drauf. Mit Frischfleisch konnte ich auch bei ihnen nicht punkten. Ich durchforstete die Internet-Futtershops, bestellte alle empfohlenen Sorten, das volle Programm- rauf und runter.

Rudi: Ja, so war das. Dann wurde die FF plötzlich merkwürdig und stellte uns ständig neues Futter vor die Nase. So was Ekliges hatten wir ja noch nie gefressen. Das roch ja praktisch nach nix! Nur nach Fleisch. Aber nicht mit uns! Wir verweigerten den Fraß und verlegten uns auf Trofu. Das hatte sie auch gegen eine getreidefreie Sorte ausgetauscht. Aber das war okay.

Ich vermute, dass die FF verzweifelt war. Das Tierheim freute sich über exklusive Futterspenden. Der Matze hatte sich einen tollen hungrigen Blick angewöhnt und ich einen neues Bettel-Miau. Endlich gab es wieder unsere kleinen lockstoffduftenden Schälchen.

FF: Die gab es aber nicht mehr lange. Um Matzes chronischen Schnupfen in den Griff zu bekommen, ließen wir ihn noch auf Futtermittelallergien testen. Das Ergebnis war niederschmetternd. Der Kleine reagierte auf Lamm, Thunfisch, Lachs, Mais, Reis und diverse Getreidesorten, Ei und Milchprodukte. Also praktisch auf alles, was im normalen Supermarkt-Futter enthalten war. Ich machte mich, diesmal hochmotiviert, wieder auf die Suche nach sortenreinem Futter. Nach vielen Fehlschlägen und noch mehr Genörgel und Futterstreiks fand ich endlich eine Sorte, die beiden schmeckte. Es war ein Wunder geschehen.

Matze: Ja, stimmt. Da gab es diese Marke, die wir mochten- und noch dazu Patè. Das haben wir sonst nie angerührt.

FF: Ich war überglücklich und bestellte nach und nach andere Marken dazu, die sie früher noch verweigert hatten. Und siehe da: Es wurde alles kommentarlos verputzt. Heute stehen drei Marken auf dem Speiseplan, die qualitativ hochwertig sind, sortenrein und mit einem hohen Fleischanteil.

Ich glaube nicht mehr, dass ein Wunder geschehen ist. Ich vermute, dass Matze und Rudi einfach den Geschmack des Lockstoff-Futters vergessen und den hohen Fleischanteil schätzen gelernt haben. Sie sind schneller satt und haben freiwillig das Trockenfutter reduziert. Ich werfe viel weniger halbgefressenes Futter weg, von dem sie sonst nur die Soße abgeleckt haben.

Die Umstellung lohnt sich, auch wenn es am Anfang mühsam ist und Nerven kostet.

Matze+Rudi: Denkt drüber nach Kumpels. Wenn ihr Fragen habt, meldet euch.

Matze+Rudi+FF

Da schon Nachfragen in der Redaktion eintrafen, verraten wir euch unsere Futter-Favoriten Platz 1-3:

1.Catz finefood

2.Hound&Gatos

3.Terra felis

In der Rubrik: Hauptsache gesund findet ihr auch noch den älteren Artikel „Liebe geht durch den Magen“ über empfehlenswertes Futter, den freundlicher Weise Maggie und Benji von @DieSchatzen spendiert haben. Die kennen sich nämlich voll gut aus.

So heilen wir. Ein neuer alter Ansatz Teil 3

In Hauptsache gesund on 23. Januar 2010 at 23:35

Matze: Jetzt kommt der letzte Teil von Futterfraus Artikel über die Homöopathie.

Der handelt von mir. *stolzindiebrustwerf*  Mir ging es es nämlich mal voll schlecht und sie wusste nicht mehr weiter….

Matze 2005 Der Schnodder läuft aus seiner Nase.

Liebe Menschen,

jetzt erzähle ich euch Matzes Geschichte:

Unser Regenbogen-Kater Jedi brauchte dringend einen Kumpel, der genau so temperamentvoll war wie er. Das war vor fast fünf Jahren. Jedis Züchter hatte gerade wieder Kitten abzugeben. Ich habe mich auf den ersten Blick in den kleinen Ibrahim verliebt. Wie kann es anders sein- er war der mickrigste aus dem Wurf. Zart, mit großen Augen- und er sprang mir sofort auf die Schulter und blieb dort sitzen. Man soll sich das stärkste, kräftigste Kitten aussuchen. Mein Herz wollte aber ihn und keinen anderen. Alle Kitten aus dem Wurf waren erkältet, Ibrahim hatte es am schlimmsten erwischt. Wir konnten ihn erst 14 Tage später abholen.

Aus Ibrahim wurde Matze und zog bei uns ein. Nach drei Tagen waren er und Jedi die besten Freunde und putzten sich mit Hingabe. Nach einer Woche begann Matze wieder zu niesen. Ich machte mir keine großen Sorgen- er stammte aus einem Tierarzthaushalt, wir hatten guten Kontakt. Wir bekamen ein Antibiotikum geschickt. Matze war zehn Tage schnupfenfrei, dann nieste er wieder und wieder und wieder. Der Züchter bot uns an, Matze zurück zu nehmen. Um nichts in der Welt hätte ich mich von ihm wieder getrennt. Wir stellten ihn unserem TA vor, er bekam Antibiotika. Wir holten eine zweite Meinung bei einem anderen TA  ein- er bekam  ein Antibiotikum, wir waren bei einem dritten TA- ohne Erfolg.

Es wurde ein Antibiogramm erstellt und „nur“ Pasteurellen gefunden. Das komplette Arsenal an schulmedizinischen und naturheilkundlichen Mitteln verpuffte. Wen es interessiert, er bekam  Zithromax, Baypamune, Bisolvon, Feligeran, Chloromycetin Palmitat, Ampicilin, Engystol, Sinupret, Petmun/Synolax, Membrana nasalium, Euphorbium…und sicher noch ein paar andere Mittel, die ich mir nicht notiert habe. Nebenbei setzte ich den armen Kerl zu Hause in seinen Kennel und versuchte, ihm mit Salz-Dampfinhalationen Erleichterung zu verschaffen. Wir haben einen Luftbefeuchter von Wick angeschafft- und waren dann mit unserem Latein am Ende.

Selbstverständlich wurde der Schnupfen chronisch und Matze ging es richtig dreckig. Dicke, zähe Rotzblasen hingen vor seinem Näschen, das komplett zu saß, nachts bekam er Schnappatmung. Nächste Station Tierklinik. Die sehr nette Ärztin dort gab unumwunden zu, dass die Schulmedizin in Matzes Fall am Ende der Fahnenstange angekommen war. Ihr Tipp: Versuchen sie es mit Homöopathie.

Ja, klar. Damit hatte ich mich ja gelegentlich schon beschäftigt. Wir waren auch Patienten bei unserem ausschließlich homöopathisch arbeitenden Arzt. Mein Fehler, ich glaubte anfangs, dass ein „Schnupfen“ ja wohl kein Problem sein dürfte. Und hatte ich wirklich Vertrauen zu Mitteln, die wissenschaftlich sehr umstritten sind? Jetzt hatte ich keine Wahl und tat das, was viele verzweifelte Tierbesitzer tun: ihr „austherapiertes“ Tier zu einem Homöopathen bringen.

Wenn ihr jetzt glaubt, dass Matze vier Wochen nach Beginn der homöopathischen Behandlung „gesund“ war, muss ich euch enttäuschen. Ich habe aber auch nicht nach vier Wochen das Handtuch geworfen, wie viele andere Besitzer von „hoffnungslosen Fällen“ und gesagt: Hömöopathie bringt nix! Ich habe mit Erstaunen und Erleichterung erlebt, wie sich der Zustand meines Katers kontinuierlich besserte. Der Schnupfen war nach wie vor da, aber Matze hat ihn einfach ignoriert und tobte endlich fit wie ein Turnschuh durch die Gegend.

Wir sind mittlerweile fast vier Jahre in Behandlung. Wir gehen einen langen, aufwändigen Weg. Während dieser Zeit beobachte ich den Krankheitsverlauf und versuche zu verstehen, was dort vorgeht. Matze hat in dieser Zeit eine unendliche Anzahl an Mitteln bekommen, die jeweils seinem momentanen Zustand angepasst wurden, er bekommt zusätzlich Nosoden und sein Konstitutionsmittel, das für ihn passend ausgesucht wurde.

Der Ansatz der Behandlung- ich hoffe, ich erkläre das einigermaßen richtig- ist folgender:

Chronisch kranke Patienten leiden an latenten Erkrankungen, die von der chronischen Krankheit „überlagert“ werden. Da die klassische Homöopathie eine ganzheitliche Heilung anstrebt, kann die aktuelle Erkrankung nicht nur als Symptom behandelt werden, sondern wird im großen Zusammenhang gedeutet. Eine Hautkrankheit wird also nicht mit Salbe „zugeschmiert“ und oberflächlich geheilt, sondern es wird nach einer organischen Ursache gesucht. Ich zitiere hier aus einem Artikel, weil ich es nicht besser erklären kann:

Unter Heilung versteht die Klassische Homöopathie nicht nur das Verschwinden der Krankheitssymptome. Vielmehr geht die Heilung mit einem erhöhten Wohlbefinden des Patienten einher. Nach Verabreichung der richtigen Arznei kommt es zunächst zu einer Verbesserung des Allgemeinbefindens. Erst dann verschwinden Organsymptome von innen nach außen und von oben nach unten. Zuerst heilen also innere Organe wie Herz, Leber, Niere aus, und dann erst gesunden die äußeren Organe, wie z.B. die Haut. Wenn eine Therapie zu einer Verschiebung der Symptome in einer anderen als der oben angegebenen Richtung führt, handelt es sich immer um eine Unterdrückung der Krankheit! Es gilt auch, dass neuere Symptome zuerst verschwinden, während schon länger bestehende Beschwerden sich erst später auflösen. Diese Gesetzmäßigkeiten werden nach dem berühmten Schüler Hahnemanns, C. Hering, die Heringschen Regeln genannt:

Die Richtungsgesetze der Homöopathie

(Die Heringschen Regeln)

Die Heilung schreitet fort:
von innen nach außen
von oben nach unten
Symptome verschwinden in der
umgekehrten Reihenfolge ihres Erscheinens

In Matzes Fall traten lange Zeit keine akuten Erkrankungen auf. Unser TA hat ein paar graue Haare bekommen. Matze ist einer der härtesten Brocken in seiner Praxis. Sein Allgemeinbefinden war lange Zeit gut, der Schnupfen, wenn auch mäßiger, war immer da. Als erstes trat vor ein paar Wochen der schon erwähnte Gallenstau auf, der mit einer einzigen Gabe eines Mittels schnell behoben wurde. Dann änderte sich sein Befinden. Matze war schlapp und schläfrig. Wir erstellten ein großes Blutbild. Die Nierenwerte waren grenzwertig, eine Urinprobe brachte eine Blasenentzündung zu Tage. Die Mittel wurden umgestellt, die Blasenentzündung ohne Antibiotikum geheilt. Eine zweite Urinprobe zeigte es schwarz auf weiß: Die Mittel wirken. Dann verstärkte sich der Schnupfen- er hatte nun eine akute Erkältung. Auch hier sind wir jetzt über den Berg. Wir warten hände-und pfotenringend auf einen Hautausschlag, der zeigen würde, dass sich die Krankheit nach außen verlagert.

Wir geben nicht auf. Matze ist zäh und wir auch. Wir haben in den ganzen Jahren auf Antibiotika verzichten können. Matzes Immunsystem wird so trainiert, er wird es immer besser schaffen, seine Selbstheilungskräfte zu aktivieren. Wir haben auch einen Allergietest machen lassen. Matze ist gegen einige Futterbestandteile allergisch und bekommt nur noch „ungefährliches“ Futter. Wie weit diese Maßnahme greift, wissen wir nicht, aber schaden kann es nicht. Wenn wir mit diesem Schnupfen leben müssen, können wir auf jeden Fall Schadensbegrenzung betreiben und sofort gegen steuern, wenn die inneren Organe in Mitleidenschaft gezogen werden.

Wie ihr seht, ist dieser Bericht ein sehr persönlicher. Wir gehen diesen Weg weiter, weil wir immer mehr Vertrauen gewinnen zu unserem Arzt und zur Homöopathie. Wenn ihr ein „austherapiertes“ Tier heilen wollt, erwartet keine Wunder. Sucht euch einen guten, erfahrenen Therapeuten und habt Vertrauen und Geduld. Oder versucht es gleich mit dieser sanften, ganzheitlichen Heilmethode, bevor aus einer akuten eine chronische Erkrankung wird.

“Wenn ein Chemiker die homöopathische Arznei untersucht, findet er nur Wasser und Alkohol; wenn er eine Diskette untersucht, nur Eisenoxid und Vinyl. Beide können jedoch jede Menge Informationen bergen.”

Dr. Peter Fisher, Forschungsleiter am Royal London Homeopathic Hospital

Liebe Grüße und bleibt und werdet gesund !

Futterfrau

So heilen wir. Ein neuer alter Ansatz Teil 2

In Hauptsache gesund on 19. Januar 2010 at 22:20

Liebe Menschen,

wenn ihr jetzt einen fundierten Artikel über die Klassische Homöopathie lesen wollt, muss ich euch enttäuschen. Freund Google bietet Interessierten aber umfangreiches Material. Ich beschränke mich darauf wiederzugeben, was ich gelesen, gehört, erfragt und erlebt habe.

Hier eine kurze Definition:

Homöopathie zählt zu den alternativen Heilmethoden. Homöopathie wird häufig fälschlicher Weise in Verbindung gebracht mit Pflanzenheilkunde, Akupunktur, Traditionelle Chinesische Medizin. Die Homöopathie ist eine eigenständige Therapieform mit ihren eigenen Gesetzmäßigkeiten. Ein Heilpraktiker wird erst durch eine Zusatzausbildung zum Homöopathen.

Wenn ich erzähle, dass ich meine Kater homöopathisch behandeln lasse, höre ich oft: „Habe ich auch schon versucht, hat nichts gebracht“.Warum hat es „nichts gebracht“? Weil ein kleiner aber feiner Unterschied darin besteht, ob ich Mensch oder Tier nach homöopathischen Gesichtspunkten behandle oder ob ich einfach homöopathische Mittel verwende.

Natürlich kann ich als Laie gelegentlich zu einem homöopathisch aufbereiteten Mittel greifen, um akute Krankheiten sanft aus zuheilen. Ich habe z.B. immer Arnica D6 parat. Nach Operationen ist es ein wunderbares Wundheilmittel, ebenso bei Prellungen, Muskelschmerzen oder Zahnentzündungen. Apis C30 liegt immer im Sommer griffbereit. Falls ein Felltier unbedingt eine Biene oder Wespe fressen will und in den Hals gestochen wird, beginnt damit die Erste Hilfe und gibt Zeit, den TA zu erreichen. Ich habe Apis für diesen Zweck  noch nicht benötigt, aber es beruhigt mich, dass es im Haus ist.

Wer es nicht weiß- Apis ist Bienengift. Ich gebe also bei einem Bienenstich (verdünntes/ aufbereitetes) Bienengift und handele nach dem homöopathischen Grundsatz: Ähnliches wird durch Ähnliches geheilt. Deshalb hilft Apis u.a. auch bei stechenden Schmerzen. Als ich neulich mit bloßer Hand ein heißes Backblech aus dem Ofen zog (fragt jetzt bloß nicht, warum!) und aufheulend durch die Küche sprang, habe ich in meiner Verzweiflung Apis eingeworfen, weil ich den Brandschmerz durchaus als „stechend“ empfand. Ein spezielles Mittel für Brandverletzungen hatte ich nämlich nicht im Angebot.

Was auch immer dann vor sich ging- in diesem Fall schließe nicht mal ich einen Placebo-Effekt aus- nach 5! Minuten war der Schmerz weg. Zwischen Daumen und Zeigefinger hatte sich eine riesige Blase gebildet, die in den nächsten Tagen schmerzfrei und problemlos austrocknete. Das halte ich für ein kleines Wunder.

Pulsatilla ist ein Mittel für Frauenkrankheiten, aber auch für Atemwegserkrankungen, Augeninfektionen, Verdauungsbeschwerden. Ein Mittel also für verschiedene Beschwerden? Ja, genau und das macht die Sache ja so spannend und für den Laien schwer begreifbar. Je mehr ich mich mit der Materie beschäftige, um so seltener greife ich einfach zu einem Mittel, das auf dem ersten Blick „passt“. Wie vielschichtig die Homöopathie ist, nach welchen Gesichtspunkten ein Mittel gewählt werden muss, dass nicht nur die Diagnose, sondern auch die Symptome in Betracht gezogen werden, das kann, wer möchte, jeder im Internet nachlesen.

Die Anwendung der Mittel gehört jedoch eindeutig in die Hände eines erfahrenen Homöopathen oder eines Arztes mit Zusatzausbildung. Ein klassisch arbeitender Homöopath versucht, dieses eine Mittel anhand einer eingehenden Anamnese zu finden. Besonders schwierig gestaltet sich diese Anamnese natürlich bei tierischen Patienten. Hier ist der Heilpraktiker neben seiner eigenen Einschätzung der Situation besonders auf die Beobachtungen der Tierhalter angewiesen. Mir ist es in Fleisch und Blut über gegangen, Matze und Rudi ständig zu beobachten. Ich registriere unterbewusst ungewöhnliches Verhalten, Fressgewohnheiten, veränderten Stuhlgang oder Schlafrhythmen, um diese Informationen bei Bedarf abrufen zu können. Wenn auf Anhieb das passende Mittel gefunden wird, genügt häufig eine einzige Gabe um die Heilung in Gang zu bringen.

Matze hatte vor ein paar Monaten einen Gallenstau. Wir ließen ihn sofort untersuchen, als ich sehr hellen Stuhl bemerkte. Ein Mittel, eine Gabe davon in der Praxis und die Geschichte war ausgestanden.

Natürlich sieht ein Homöopath diesen Gallenstau nicht als eigenständige Krankheit, sondern als Symptom einer ganzheitlichen Erkrankung. Matzes chronischer Schnupfen wird nicht ausheilen können, solange sich akute Krankheiten unter der chronischen „verstecken“. So nach und nach kommen einige akute Symptome zum Vorschein. Wir haben sie bisher alle ohne Antibiotika in den Griff bekommen. Die hat der Kleine auch genau so reichlich wie vergeblich als Kitten bekommen.

Matzes Geschichte erzähle ich euch im nächsten Artikel.

Liebe Grüße und bleibt und werdet gesund!

Futterfrau

So heilen wir. Ein neuer alter Ansatz Teil1

In Hauptsache gesund on 18. Januar 2010 at 21:24

Matze: Liebe Freunde,

das Jahr liess sich ja nicht so toll an. Schon wieder ist der eine oder andere von uns krank geworden. Es ist einfach ein Alptraum. Auch mich hat es diesmal richtig erwischt. Die meisten von euch haben es ja schon mitbekommen, dass wir homöopathisch behandelt werden. Warum das so ist und wie alles vor sich geht, wird unsere Futterfrau versuchen euren Menschen zu erklären. Uns interessiert das nich so dolle- wenn es nur funktioniert.

Liebe Menschen,

ich bin weder esoterisch-, noch öko-bio-oder sonstwie belastet. Ich stehe mit beiden Beinen fest auf dem Boden und glaube nur, was ich sehe oder was bewiesen ist. Und trotzdem bin ich bei der Homöopathie gelandet. Ich gebe meinen Katern Wasser mit aufgelösten Zuckerkügelchen, in dem nach wissenschaftlichen Erkenntnissen nichts, außer Wasser enthalten ist- und das schon seit vielen Jahren. Was hat mich da geritten, werdet ihr euch fragen. Da gibt es doch die Schulmedizin mit ihrem ganzen Arsenal an antibiotischen Mitteln, die ruck-zuck wirken. Die Bakterien mit einem Rundumschlag platt hauen und die aus einer kranken Katze eine „gesunde“ machen.

Dazu nachher mehr. Jetzt erst noch vorweg: Die moderne Medizin ist ein Segen. Besonders die diagnostischen Möglichkeiten möchte ich nicht missen. Alles klar?

Und jetzt kommt das Aber….aber vor fast dreißig Jahren  erkrankte meine erste (und nie vergessene) Katze Taboo. Sie hatte plötzlich fast flüssigen Durchfall, fraß jedoch wie ein Scheunendrescher. Unser damaliger Tierarzt, der bestimmt nicht besser oder schlechter als alle anderen war, tat sein möglichstes. Nichts schlug an. Taboo wurde immer dünner, ihr Stuhl stank bestialisch.

Meine erste Begegnung mit der Homöopathie fand in meiner Stammkneipe statt. Ich traf dort unseren Nachbarn, einen klassisch arbeitenden Homöopathen. Den habe ich mit dem Mut der Verzweifelung nach einem „Durchfallmittel“ gefragt. So einfach kam ich aber nicht davon. Ich musste ihm die Symptome haarklein schildern- also Farbe, Beschaffenheit und Geruch. Drei Tage später lag ein Rezept im Briefkasten. Das Mittel seiner Wahl hieß „Arsenicum album“. Drei Tage später war Taboo durchfallfrei, hat in ihrem Leben nie wieder darunter gelitten und wurde fast 19 Jahre alt. Glück gehabt? Ja und wie! Hier wurde auf Anhieb das genau passende Mittel gefunden.

So gut es damals ohne unser geliebtes Internet ging, habe ich mich in den folgenden Jahren immer mal wieder mit der Homöopathie beschäftigt. Ich habe ein paar Standardmittel bei akuten Erkrankungen meiner Katzen angewandt. Zugegebener Maßen mit wechselndem Erfolg. Ich war immer ganz schnell beim TA und habe im Grunde meines Herzens der Schulmedizin vertraut. Ossi, Murphy und Yoda wurden nicht mal 10 Jahre alt. Sie starben an Leukose, Nierenversagen und an einer „Lebergeschichte“ mit Anämie. Die Schulmedzin war in allen Fällen hilflos. Matzes Halbruder Jedi starb an HCM- das war Schicksal. Muffin haben wir im April 2009 von ihren Schmerzen erlösen müssen. Sie litt an chronischer Gingivitis/Stomatits, einer Autoimmunerkrankung des Zahnfleisches und Rachenraumes, bei der die kranken Zellen die gesunden zerstören. Monatelang hatte sie nur mit Kortisongaben eine einigermaßen beschwerdefreie Zeit. Dann forderte dieses Medikament seinen Tribut und griff auch die Leber und Nieren an. Muffin war nicht so streßresistent wie Matze und Rudi.

Im Auto fühlte sie sich nicht wohl, wir hätten eine längere Fahrzeit zum Homöopathen in Kauf nehmen müssen. Ihr drei Mal pro Tag homöopathische Mittel eingeben war sehr schwierig. Ich habe wieder auf die Schulmedizin gesetzt und bereue es. Ich wollte ihr mit Depotspritzen ständige TA-Besuche ersparen. Ich hätte auf meinen Instinkt hören sollen.

Bevor ihr jetzt verständnislos den Kopf schüttelt: Wir haben nun eine sehr aufgeschlossene, sehr gründliche schulmedizinische Tierärztin gefunden. Die bereit und sehr interessiert daran ist, sich mit unserem Ansatz auseinander zusetzen. Die immer für eine zweite Meinung zur Verfügung steht und auch Matzes komplette Unterlagen vorliegen hat. Das gibt mir ein doppelt gutes Gefühl. An Matzes Krankheitsgeschichte- er leidet seit seiner Kittenzeit an chronischem Schnupfen- werde ich versuchen, euch die Homöopathie nahe zubringen.

So gut es geht und  leider nur so viel, wie ich davon verstehe.

Das wird aber dann ein zweiter Artikel, der in Kürze folgt. Die Auseinandersetzung damit und die Recherche dazu wird mir hoffentlich helfen, dieses sehr komplexe Thema auch für mich ein wenig transparenter zu machen.

Liebe Grüße und bleibt und werdet gesund!

Futterfrau

Liebe geht durch den Magen

In Hauptsache gesund on 16. Oktober 2009 at 11:27
Hi Kumpels!
Zugegeben- manchmal sind sind wir Stubentiger doof. Zumindest, was das Futter angeht. Wir fallen tatsächlich auf Lockstoffe rein, die uns fressen lassen, als gäbe es kein Morgen. Es ist uns dann auch völlig egal, dass wir richtigen Schrott in uns hineinschaufeln. Das ist wie bei unseren Menschen: Ne Tüte Chips knurpsknurps- weg ist sie und Currywurst mit Pommes geht auch noch locker rein. Und dann werden wir krank und wundern uns!
Einen tollen Artikel haben unsere Twitter-Freunde aus Wien ( Pfotenland wird international!) @DieSchatzen über das Futterproblem, das eigentlich keines sein muss, geschrieben.
Vielen Dank!
Matze+Rudi
Redaktion
Hallo,

wir sind Maggie und Benji, von DieSchatzen.at. Wir plaudern heute über kulinarische Genüsse, schließlich geht Liebe ja durch den Magen!
Da das mit dem Mäusefangen in den meisten städtischen Wohnungen auf Dauer nichts wird, sind wir darauf angewiesen, was für Dosen unsere Dosenöffner für uns so bringen.

Maggie und Benji

Maggie und Benji

Die Dosenöffner haben bei den vielen verschiedenen Sorten aber nicht nur die Qual der Wahl, sie sind auch mitverantwortlich für unsere Gesundheit, denn falsche Ernährung kann uns auf Dauer krank machen. Wir machen euch eine kleine Liste mit ein paar Punkten für eure Dosis – sozusagen ein KaFu-Kauf Survival Guide für Dosis:

  • hoher Fleischanteil: Wir Katzen sind Fleischfresser und die einzige pflanzliche Nahrung, die wir zu uns nehmen, wenn wir uns selbst ernähren, ist der Mageninhalt der gefangenen Maus.
Sonst futtern wir nur Fleisch – in vielen Futtersorten ist aber eher weniger davon drinnen. Getreide (z.B. Soja oder Reis) ist schlicht billiger als Fleisch. Auf den meisten Futtersorten wird nicht angegeben wieviel % Fleisch insgesamt drinnen ist, die Reihenfolge der Zutatenliste kann aber verräterisch sein, denn diese wird danach bestimmt, was am meisten im Futter ist.Hilfreich kann in diesem Zusammenhang auch die Angabe von „Rohprotein“ sein. Katzenfutter sollte um oder über 10% Rohprotein haben und unter 5% Rohfett.

Viele Dosis werden an dieser Stelle wahrscheinlich fürchten, dass hochwertiges Futter für uns teuer sein muss. Dem ist aber nicht zwangsläufig so. Es gibt noch einen Indikator für gutes Futter, nämlich:

  • Fütterungsempfehlung unter 400g/Tag: Umso mehr Getreide und andere Füllstoffe ein Futter enthält, desto mehr muss Katz davon futtern um satt zu werden, ist doch klar 😉 Bei gängigem Supermarktfutter wird für eine 4kg schwere Katze 400g Futter/Tag empfohlen. Bei hochwertigem Futter ist die Empfehlung meist deutlich niedriger, teilweise liegt sie nur bei 150g/Tag. Wir müssen also viel weniger futtern um satt zu werden – und falls das eure Dosis noch immer nicht überzeugt hat, dann klärt sie mal darüber auf, dass um so mehr wir futtern, sie umso öfters unser Kistl machen müssen 😀
  • Zucker: Wir können nichts Süßes schmecken, wir können salzig, sauer, bitter und noch was (Umami – aber das führt zu weit) schmecken, aber Süßes, nein. Trotzdem findet sich in Katzenfutter OFT Zucker. Warum? Weil Fleisch in der Dose nun mal die Tendenz hat gräulich auszusehen, da Menschen das seltsam finden, wird das Fleisch bräunlich eingefärbt mit Zucker. Für uns ist das nicht gesund. Zucker ist wie bei euren Dosis auch schlecht für die Zähne und kann sogar zu Diabetes begünstigen.

  • Trockenfutter: Mal unter uns – würdet ihr eine frisch gefangene Maus auf der Wäscheleine in die Sonne hängen um diese zu trocknen? Unsere liebe Minka hat bereits in ihrem Katzen-Wasser-Manifest hingewiesen, dass wir heikle Trinker sind. Wir trinken kaum was – große Teile unseres Flüssigkeitsbedarfs decken wir über unsere Nahrung ab. Aber Trockenfutter enthält keine Feuchtigkeit. Wenn wir Trockenfutter bekommen, müssen wir plötzlich viel mehr trinken – und wir trinken ja eh schon kaum. Trockenfutter ist toll, wenn unsere Dosis es über den Parkett schießen und wir hinterherflitzen, auch in Fummelbrettern ist Trockenfutter toll oder als Leckerli oder mal zwischendurch. Als einziges Futter ist es nicht toll. Wie bei so vielen Dingen im Leben: Die Abwechslung machts 🙂

Falls eure Dosis Beispiele für gutes Katzenfutter suchen – hier eine winzige Auswahl an Sorten (es gibt noch viel mehr!), die wir empfehlenswert finden. Viele dieser Sorten bekommt man im Fachhandel (also beispielsweise beim Fressnapf) oder online (z.B. zooplus.de oder Sandras-Tieroase.de)

Nassfutter

  • Shah (in Süddeutschland und Österreich) bzw. Lux (Norddeutschland): ja genau das vom Aldi – in den 200g Dosen (nicht in den Schälchen) sind 60% Fleisch und  tierische Nebenprodukte und kein Zucker drinnen, super!
  • Bozita: Kommt aus Schweden – super Sache, dort dürfen nämlich in der Tierzucht keine Hormone oder Antibiotika verwendet werden, auch kein Kadavermehl
  • Animonda Vom Feinsten, Animonda Carny
  • Grau
  • Miamor
  • Schmusy
  • Sheba
  • MACS
  • Petnatur
  • Tiger
  • wir ergänzen die Liste noch mit unseren Favoriten (von den Schatzen für gut befundenen) neuen Sorten:
  • Terra felis
  • Catz Finefood
  • Hound&Gatos
Trockenfutter

  • Orijen (enthält kein Getreide)
  • Hill’s
  • Almo Nature

Katzen-Wasser-Manifest

In Hauptsache gesund on 16. September 2009 at 21:42

Soeben traf in der Redaktion ein Artikel unserer allseits geschätzen Minka Plüscharsch @Katzentweets ein.

Minka Katzentweets

Minka Katzentweets

Ein Thema, das uns alle angeht:

Katzen-Wasser-Manifest
Liebe Felllose, genannt Menschen!
Ich belauschte gestern ein Gespräch zwischen meinen Besitzern, die kichernd im Bett lagen. „Du glaubst also, dass du Minka intellektuell überlegen bist?“ *lautes giggeln* „Psst, sprich leiser, nicht dass Minka das hört!“ *kicher*
An dieser kleinen Szene werden zwei Grundprobleme deutlich. Erstens, ihr unterschätzt unser Hörvermögen. Zweitens, ihr haltet euch für verdammt klever, weil ihr den Dosenöffner erfunden habt.
Zunächst einmal, wenn ihr nicht darauf bestehen würdet, Beute überhaupt erst einzudosen, BRÄUCHTEN WIR GAR KEINEN DOSENÖFFNER! Und außerdem stoße ich ständig mit der Nase auf Beispiele eurer unglaublichen Dummheit beklagenswerten Uninformiertheit. Erst heute musste ich wieder lesen, dass es Schwestern und Brüder gibt, deren Wassernapf immer noch direkt neben dem Fressnapf steht.
Leute. Wir Katzen sind sowieso schon zickige anspruchsvolle Trinker. Dann habt ihr Menschen noch das Trockenfutter erfunden, worauf ihr viel stolzer sein solltet als auf die Sache mit dem Dosenöffner. Wenn wir das fressen, brauchen wir noch viel mehr Wasser. Es liegt also an euch, uns ein ansprechende Ambiente zu bieten, in dem wir gerne und oft und viel trinken.
Leider wollen Menschen immer einen Grund haben. Es reicht offensichtlich nicht, dass wir sagen, wir wollen das so, und damit basta!
Unter Menschen kursiert das Gerücht, dass wir Wasser sonst für geschmackloses Futter halten. (Denken wir einen Moment darüber nach. Wir hören  im Tiefschlaf eine Maus in 20 Metern Entfernung und eine sich öffnende Kühlschranktür drei Blocks entfernt, wir riechen, ob eine gerade geöffnete Futterdose annehmbares Futter enthält und in welchem Schrank der Mensch die Catsticks versteckt hat. Aber wir verwechseln Wasser mit Futter, weil die Näpfe nebeneinander stehen. Sicher doch.)
Eine etwas plausiblere Theorie lautet, dass wir mit der blutigen Beute keine Feinde zu unserer Wasserstelle locken wollen. Die Theorie hat was, aber man munkelt, auch unsere großen Schwestern und Brüder würden nicht direkt neben der Wasserstelle fressen. Wieviele natürliche Feinde haben Löwen? Aha.
Die Wahrheit ist, dass es einfach eklig ist, wenn das Blut der Beute ins Wasser tropft und die Geier anrücken, um die verwesenden Reste zu zerpflücken. Wir Katzen haben einfach Stil und mögen unser Wasser und seine Umgebung frisch und sauber.
Es ist völlig egal, welche der Erklärungen ihr bevorzugt, solange ihr tut, was wir sagen. Stellt das Wasser nicht neben den Fressnapf. Basta!
Mein Wassernapf steht im Wohnzimmer auf der Fensterbank. Matze und Rudi haben es noch luxuriöser, sie sind stolze Besitzer eines sprudelnden Brunnens, den sie sicher hier einmal in einer Homestory vorstellen werden. Denn am allerliebsten mögen wir fließendes, sprudelndes Wasser. Ich wünsche mir einen Brunnen zu Weihnachten.
Eure Minka Plüscharsch, genannt katzentweets