Journal für Katzenkultur

Polyester auf großer Fahrt

In Vier-Pfoten-Stories on 10. September 2013 at 20:54

Eine Reisereportage von Fridolin Erdferkel

Manchmal muss selbst das büssnigste Büssness-Erdferkel einfach mal raus. Tief Luft holen, den Polyesterkopf leer bekommen und ein wenig was von unserer wunderschönen Welt entdecken.

Nachdem ich mich unlängst in einer wüsten Wüste inklusive Müllwüste wiederfand, zog ich es nun vor, diesmal im Lande zu bleiben. Denn wir haben hier, quasi um die Ecke, viele wunderbare Landstriche, die es mehr als wert sind, einmal besucht zu werden.

Bereits im Juni machte ich mir Gedanken, wohin die Reise gehen sollte – und durch einen wunderbaren Zufall (der zwar keiner war, aber so liest es sich viel eindrucksvoller), fiel die Wahl auf die ostfriesische Insel Langeoog, auf welcher zeitgleich mein angetrautes Polyesterweib Afra Aardvark weilen würde.

Fix wurden also ein schmuckes Appartement gebucht und die Zugtickets käuflich erworben. Am 1. September sollte es losgehen.

Bereits um halb 8 stand die sodann spontan erkältete Menschheit mit mir im Koffer am Reisetag am Hauptbahnhof. Ich reise bevorzugt in Koffern, da man in diesen seine Ruhe hat und nicht von Knoblauchfahnen oder Schweißgerüchen diverser Mitreisender belästigt wird. Unser Zug sollte um 7.46 Uhr abfahren und laut unserem Reiseplan hätten wir um 12.30 Uhr Langeoog erreicht.

Sollte und hätte, denn es gibt bekanntermaßen den Bahngott, der seine Passagierschäflein oftmals harten Prüfungen unterzieht. So geschah es auch uns. Unser Zug fuhr erst nicht, dann verspätet und schließlich nicht über Bremen, wo wir eigentlich hinsollten. Welch Glück, dass die clevere Menschheit dies noch vor der Abfahrt bemerkte und sich ein warmes Plätzchen im Metronom suchte, der, wann auch immer, Bremen anfahren würde.

Bedingt durch die Zugbindung unseres Tickets wollten wir aber auch Nummer Ganzsicher gehen, weshalb wir selbige kurzerhand noch beim DB Service schriftlich aufheben ließen. Dort erhielten wir dann auch die Info, dass die DB-Züge Vorrang vor dem Metronom hätten, weshalb der DB-Fernzug um 8.46 Uhr eindeutig die bessere Wahl wäre.

Diverseste bahngöttliche Prüfungen aka Verspätungen absolviert, erreichten wir schließlich stolze zwei Stunden später als geplant die (auf uns wartende!) Fähre in Bensersiel. Da die geschätzte Afra Aardvark sich, nebst ihrer Menschheit Bhuti übrigens, auf ebenjener befand, gehe ich davon aus, dass Afra die Besatzung in ihre Gewalt gebracht und die Fahrplanabweichung zu unserem Vorteil hierdurch ermöglicht hat. Die Überfahrt wie auch die kurze Fahrt mit der Inselbahn verliefen so problemlos, wie es einem Polyester gebührt. Nach rund 7 Stunden aufregender Reise bezogen wir dann ein wenig erschöpft aber dennoch glücklich unser Urlaubsdomizil.

Der erste Tag auf Langeoog verhieß ebenfalls aufregend zu werden. Wir erwarteten mit der FF aus der Pfotenlandredaktion den wohl höchsten Besuch, den die Insel in den letzten 300 Jahren gesehen hat. So war es selbstverständlich, sie standesgemäß mit Sekt und Krabbenbrötchen auf dem Inselbahnhof zu empfangen.

Sekt und Krabbenbrötchen. Sehr angemessener Empfang.

Sekt und Krabbenbrötchen. Sehr angemessener Empfang.

Leider wurde ich allerdings im Eifer des Gefechtes im Appartement vergessen – aber da die FF ohnehin in selbem nächtigen würde, war unser Aufeinandertreffen nur eine Frage der Zeit.

Mit ein Highlight des Inselurlaubs schlechthin war ein kulturelles Event der besonders anregenden und unterhaltsamen Art. Der Arbeitstitel hätte durchaus lauten können „2 Bayern in Ostfriesland“, traf doch meine bajuwarische Menschheit dort auf die Grand Dame des Kabaretts im Freistaat schlechthin.

Wir verbrachten einen überaus kurzweiligen Abend mit der wunderbaren Sissi Perlinger und gönnten uns mit ihrer launigen „Auszeit“ eine ebensolche, die sodann sogar nachhaltig wirkt. Das Fräulein Sissinger wollte es sich natürlich nicht nehmen lassen, mit Afra und mir anmutig zu posen, so dass das hier exklusiv erscheinende Werk „Weltstars unter sich“ entstand.

Schirmherrin des Erdferkel-Freundeskreises

Schirmherrin des Erdferkel-Freundeskreises

Mit einem signierten Buch inkl. Widmung für einen ganz lieben Menschen zogen wir dann sehr glückselig von dannen und sackten noch kurz bei Konfuze ab, bei dem die FF genötigt wurde, die traditionelle Zubereitung des ostfriesischen Lumumbas zu erlernen.

Ostfriesischer Lumumba im Dwarsloopers Bausatz zum Selberschrauben

Ostfriesischer Lumumba im Dwarsloopers
Bausatz zum Selberschrauben

Bedingt durch den in jeglicher Hinsicht lehrreichen Abend gönnte ich mir gleich am nächsten Tag eine persönliche Auszeit und ließ mich von der Menschheit einmal um die halbe Insel tragen.

Frido on Tour

Frido on Tour

Wir trafen dabei allerhand Getier, wenn auch keine Erdferkel. Aber der Seehund, dem wir am Strand begegneten, war schon ein ziemlich aparter Zeitgenosse.

Fridos Seehund

Fridos Seehund

Das kleine Fischlein und die Seesterne waren auch nett. Und mit Oskar dem Krebs hielt ich sogar ein kleines Schwätzchen.

FridoErdferkel und Oskar Krebs

FridoErdferkel und Oskar Krebs

Dem Ruf der Weltmeere folgend, enterten wir eines sehr schönen sonnigen Tages die MS Flinthörn, welche uns auf die Nachbarinsel Spiekeroog bringen sollte. Das dauerte ein klein wenig länger als geplant, denn wir blieben glattweg im Watt stecken. Nur mit Müh, Not und glühender Schiffschraube liefen wir schließlich an den Seehundbänken vorbei irgendwann im Hafen ein.

Beim Landgang entdeckten wir wunderschöne alte Häuschen, herrliche Vorgärten und nicht zuletzt leckeren Backfisch.

Drifthuus auf Spiekeroog

Drifthuus auf Spiekeroog

Die Bhuti deckte uns für die Rückfahrt vorsichtshalber mit Nervenkeksen ein, die wir jedoch nicht brauchen sollten.

Damit diesmal nix schief ging übernahm nämlich ich patentes Erdferkel höchst selbst das Steuer und schipperte uns wohlbehalten zurück nach Langeoog. Ich glaub der nette Herr Kapitän war sehr glücklich darüber, dass er mir mal über den Rüssel schauen konnte.

Frido am Ruder der  MS Flinthörn

Frido am Ruder der
MS Flinthörn

Frido auf der Kommandobrücke der MS Flinthörn Danke, Herr Kapitän!

Frido auf der Kommandobrücke der MS Flinthörn
Danke, Herr Kapitän!

Leider gingen die wunderschönen Tage auf der Insel viel zu schnell vorbei. Wir haben viel gesehen und erlebt, haben die autofreie Ruhe genossen und uns vollends entspannen können und die Menschheit hat ihr Herz endgültig an die Sanddornsahne verloren.

Sandornsahne und Rum-Flocken-Sahne (fragt nicht!)

Sanddornsahne und Rum-Flocken-Sahne
(fragt nicht!)

Danke an Bhuti und die FF für die tolle Zeit mit Euch auf der Insel fürs Leben.

Inseltraum mit Möwe

Inseltraum mit Möwe

Euer Fridolin

Verehrtes Frido Erdferkel,

die Pfotenland-Redaktion dankt für diesen atmosphärischen Bericht. Da bleibt nur noch hinzuzufügen:

We love Erdferkel!

We love Erdferkel!

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  1. Bis auf die bahngöttlichen Prüfungen bin ich auf alles neidisch! Krabbenbrötchen & Sekt, Sissi (hab ich mal live in Castrop-Rauxel gesehen, jawohl *schwärm*) … ach und überhaupt. Und die geschätzte Afra Aardvark gehört zu Bhuti? Wusste ich ja gar nicht … pff, bei Twitter geht mir eh viel durch die Lappen. Schön zu lesen daß ihr alle so´ne dufte Zeit hattet und danke für teilen xxx

  2. Ein wahrlich fantastischer Bericht vom allseits hochgeschätzten FridoErdferkel. Und äussert imposant ist natürlich, dass Frido höchstselbst Hand, odere besser gesagt Rüssel angelegt hat und den Kahn zurück geschippert hat nach Langeoog. Ay, ay, Käptn Frido! Vielen Dank für den tollen Bericht und die schönen Fotos. Von Fixi Mausebär, Piratenkuhkater und Alsterkapitän a.D. soll ich ausrichten: RESPEKT!
    Liebe Grüße… eure Manuela

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