Journal für Katzenkultur

Respekt, Bewunderung und Dank

In Viehlosophisches on 29. Oktober 2010 at 20:51

Liebe Menschen,

Matze und Rudi haben mir wieder erlaubt, einen Artikel zu schreiben. Es geht wieder um ein Thema, das mir schon lange auf der Seele liegt.

Täglich lese ich von Katzen in Tierheimen und Auffangstationen, von den armen Teufeln, die unbedingt vermittelt werden müssen. Die ein Zuhause suchen, aus welchen Gründen auch immer. Viele von euch haben diesen ungeliebten Fellnasen eine Heimat, Wärme und Liebe gegeben. Ihr investiert Geduld, Zeit, viel Geld und manchmal auch all eure Nervenkraft für ein zufriedenes Schnurren.

Es durchzuckt mich jedes Mal, wenn ich ein Foto einer Katze sehe und denke: Die würde auch zu uns passen! Was hält mich zurück?

Meine elende Angst ist es, die mir auch niemand nehmen kann. Angst, dass eine Katze unbekannter Herkunft  Krankheiten „einschleppt“ und auf Matze und Rudi überträgt.

Diese Angst kommt nicht von ungefähr. Nach zwanzig Jahren und fünf Findel-und Tierheimkatzen sitzt mir die Panik im Nacken. Meine erste Katze Taboo wurde biblische 19 Jahre alt. Ossy, Murphy, Yoda, Jedi keine fünf und Muffin durfte gerade mal zehn Jahre bei uns bleiben. Ich habe die ganze Palette an fiesen Katzenkrankheiten und unzählige Tierarztbesuche hinter mir. Ich habe alle geliebt und elendig gelitten, wenn ich beim Sterben zusehen und schließlich die „große endgültige Entscheidung“ treffen musste.

Deshalb entschloss ich mich (weil es ohne Katze einfach nicht ging), eine Rassekatze anzuschaffen, um zumindest die von Geburt an übertragenen Krankheiten auszuschließen. Ich schrieb schon einmal, dass man das Schicksal nicht austricksen kann. Matzes chronischer Schnupfen seit dem Kittenalter fordert unsere ganze Aufmerksamkeit und Zuwendung.

Hört sich dieser Artikel nach einer Rechtfertigung an? Genau so ist es. Ich habe ständig das Gefühl, mich vor mir selbst rechtfertigen zu müssen, weil ich nicht eingreife. Weil ich nicht mindestens einer Tierheim-Katze wieder ein neues Zuhause gebe.

Aber ihr seid alle da, mit eurem Mut! Was ich euch immer schon sagen wollte: Ihr seid toll. Ich bin stolz darauf, euch zu kennen. Ihr macht das Leben eurer Fellnasen schöner und die Welt ein klein wenig besser. Euch gilt mein ganzer Respekt.

Vielen Dank

Eure Futterfrau mit Matze+Rudi

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  1. Was für ein guter, was für ein ehrlicher und auch mutiger Artikel.

    Danke dafür… mehr schreibe ich bestimmt später noch, für heute fallen mir die Augen zu. Wollte eben nur kurz Danke sagen v

  2. Ich fühle so mit dir! Und dieses „sich rechtfertigen müssen“ vor allem sich selbst gegenüber macht einen kirre. Aber es ist genau richtig wie du es machst. Du hast ja auch eine große Verantwortung für Matze und Rudi. Und dir würde das Herz brechen, wenn durch eine neue Katze aus dem Tierheim, doch etwas eingeschleppt würde, was dann Matze zum Verhängnis würde. Deshalb, lass es so wie es ist. Es ist genau richtig so.

    Ich weiss auch wovon ich rede, von wegen Selbstrechtfertigung.
    Und jetzt hab ich mich ja endgültig entschlossen: die @diesuessekatz gehört nun zu uns. Basta! Und zu ihren „ehemaligen“ Besitzern gehe ich nicht mehr. Die sind mir einfach zu blöd und vor allem respektlos ihrer ehemaligen Katze gegenüber. Ich habe mich immer rausgeredet: ich kann doch nicht einfach jemand anderem die Katze wegnehmen – und: solange ich nicht mit ihr zum Tierarzt gehe, gehört sie nicht zu uns. Aber jetzt BIN ICH MIT IHR ZUM TIERARZT GEGANGEN. Ich konnte es mir nämlich nicht mehr mit ansehen. Und außerdem hat die Süße uns sowieso schon lange adoptiert. Sie schaute mich mit einem Blick an, der sagte: Na? Hast du es endlich kapiert? schnurr schnurr! und, ja, ich hatte. Und ja, ich wollte. Denn ich habe mein Herz schon lange an sie verloren.
    Was hat das Ganze jetzt mit Tierheimkatzen zu tun? Nichts, aber wenn eine Freigängerin ein neues zu Hause sucht, ist sie doch auch in Not. Und diese Not konnte ich jetzt beseitigen.

  3. Ach, Manuela- das tut gut. Ja, ich habe eine Verantwortung und deshalb werde ich keine Findel-Katze aufnehmen. Ich versuche immer, auf andere Art zu helfen.
    Du hast es dir wirklich nicht leicht gemacht und auch schon lange Verantwortung übernommen. Jetzt kannst du sagen: Ich teile mein Leben, Herz und Haus mit meiner Katze! Natürlich war die Süsse in Not und sie hat riesiges Glück gehabt, dir über den Weg zu laufen.
    Wir freuen uns für die Süsse und noch mehr für dich.

    FF mit Matze+Rudi

  4. Ihr Menschen macht Euch aber auch immer ’nen Kopf um Sachen…
    Ist doch schon toll, wenn Du 2 Katzen ein schönes zu Hause gibst – es soll ja (gerüchteweise!) Menschen geben, wo keine Katzen wohnen dürfen. Sollen die erst mal ihre Tür für uns öffnen 😉

    Schnurrige Grüße
    Lucy

  5. Dieses sich vor sich selbst rechtfertigen ist blöd und trotzdem tun wir es immer wieder gerne auch wenn es völlig unnötig und eigentlich unpassend ist. Du gibst Deinen beiden Jungs ein liebevolles Zuhause und bist sicher nicht die letzte (sondern die erste) die sich einsetzt wenn irgendwo Hilfe gebraucht wird.
    Manuela hat vollkommen recht *unterschreib*

    Ich finde nicht das man ein besser Mensch ist wenn man eine Katze aus einem Heim bei sich einziehen lässt – Herzenswärme und Liebe ist das was zählt und auch eine Rassekatze will geliebt und umsorgt werden!

    Ich bin stolz das ich Dich kenne! 🙂

    • Danke, du olle Pienznase! Vielleicht wollte ich das mal hören?
      Es ist einfach wie es ist. Nein, man ist kein besserer Mensch, wenn man eine Katze aus dem Tierheim aufnimmt- aber man ist mutiger.

      Wir lieben euch alle!
      FF +Matze +Rudi

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