Journal für Katzenkultur

So heilen wir. Ein neuer alter Ansatz Teil 3

In Hauptsache gesund on 23. Januar 2010 at 23:35

Matze: Jetzt kommt der letzte Teil von Futterfraus Artikel über die Homöopathie.

Der handelt von mir. *stolzindiebrustwerf*  Mir ging es es nämlich mal voll schlecht und sie wusste nicht mehr weiter….

Matze 2005 Der Schnodder läuft aus seiner Nase.

Liebe Menschen,

jetzt erzähle ich euch Matzes Geschichte:

Unser Regenbogen-Kater Jedi brauchte dringend einen Kumpel, der genau so temperamentvoll war wie er. Das war vor fast fünf Jahren. Jedis Züchter hatte gerade wieder Kitten abzugeben. Ich habe mich auf den ersten Blick in den kleinen Ibrahim verliebt. Wie kann es anders sein- er war der mickrigste aus dem Wurf. Zart, mit großen Augen- und er sprang mir sofort auf die Schulter und blieb dort sitzen. Man soll sich das stärkste, kräftigste Kitten aussuchen. Mein Herz wollte aber ihn und keinen anderen. Alle Kitten aus dem Wurf waren erkältet, Ibrahim hatte es am schlimmsten erwischt. Wir konnten ihn erst 14 Tage später abholen.

Aus Ibrahim wurde Matze und zog bei uns ein. Nach drei Tagen waren er und Jedi die besten Freunde und putzten sich mit Hingabe. Nach einer Woche begann Matze wieder zu niesen. Ich machte mir keine großen Sorgen- er stammte aus einem Tierarzthaushalt, wir hatten guten Kontakt. Wir bekamen ein Antibiotikum geschickt. Matze war zehn Tage schnupfenfrei, dann nieste er wieder und wieder und wieder. Der Züchter bot uns an, Matze zurück zu nehmen. Um nichts in der Welt hätte ich mich von ihm wieder getrennt. Wir stellten ihn unserem TA vor, er bekam Antibiotika. Wir holten eine zweite Meinung bei einem anderen TA  ein- er bekam  ein Antibiotikum, wir waren bei einem dritten TA- ohne Erfolg.

Es wurde ein Antibiogramm erstellt und „nur“ Pasteurellen gefunden. Das komplette Arsenal an schulmedizinischen und naturheilkundlichen Mitteln verpuffte. Wen es interessiert, er bekam  Zithromax, Baypamune, Bisolvon, Feligeran, Chloromycetin Palmitat, Ampicilin, Engystol, Sinupret, Petmun/Synolax, Membrana nasalium, Euphorbium…und sicher noch ein paar andere Mittel, die ich mir nicht notiert habe. Nebenbei setzte ich den armen Kerl zu Hause in seinen Kennel und versuchte, ihm mit Salz-Dampfinhalationen Erleichterung zu verschaffen. Wir haben einen Luftbefeuchter von Wick angeschafft- und waren dann mit unserem Latein am Ende.

Selbstverständlich wurde der Schnupfen chronisch und Matze ging es richtig dreckig. Dicke, zähe Rotzblasen hingen vor seinem Näschen, das komplett zu saß, nachts bekam er Schnappatmung. Nächste Station Tierklinik. Die sehr nette Ärztin dort gab unumwunden zu, dass die Schulmedizin in Matzes Fall am Ende der Fahnenstange angekommen war. Ihr Tipp: Versuchen sie es mit Homöopathie.

Ja, klar. Damit hatte ich mich ja gelegentlich schon beschäftigt. Wir waren auch Patienten bei unserem ausschließlich homöopathisch arbeitenden Arzt. Mein Fehler, ich glaubte anfangs, dass ein „Schnupfen“ ja wohl kein Problem sein dürfte. Und hatte ich wirklich Vertrauen zu Mitteln, die wissenschaftlich sehr umstritten sind? Jetzt hatte ich keine Wahl und tat das, was viele verzweifelte Tierbesitzer tun: ihr „austherapiertes“ Tier zu einem Homöopathen bringen.

Wenn ihr jetzt glaubt, dass Matze vier Wochen nach Beginn der homöopathischen Behandlung „gesund“ war, muss ich euch enttäuschen. Ich habe aber auch nicht nach vier Wochen das Handtuch geworfen, wie viele andere Besitzer von „hoffnungslosen Fällen“ und gesagt: Hömöopathie bringt nix! Ich habe mit Erstaunen und Erleichterung erlebt, wie sich der Zustand meines Katers kontinuierlich besserte. Der Schnupfen war nach wie vor da, aber Matze hat ihn einfach ignoriert und tobte endlich fit wie ein Turnschuh durch die Gegend.

Wir sind mittlerweile fast vier Jahre in Behandlung. Wir gehen einen langen, aufwändigen Weg. Während dieser Zeit beobachte ich den Krankheitsverlauf und versuche zu verstehen, was dort vorgeht. Matze hat in dieser Zeit eine unendliche Anzahl an Mitteln bekommen, die jeweils seinem momentanen Zustand angepasst wurden, er bekommt zusätzlich Nosoden und sein Konstitutionsmittel, das für ihn passend ausgesucht wurde.

Der Ansatz der Behandlung- ich hoffe, ich erkläre das einigermaßen richtig- ist folgender:

Chronisch kranke Patienten leiden an latenten Erkrankungen, die von der chronischen Krankheit „überlagert“ werden. Da die klassische Homöopathie eine ganzheitliche Heilung anstrebt, kann die aktuelle Erkrankung nicht nur als Symptom behandelt werden, sondern wird im großen Zusammenhang gedeutet. Eine Hautkrankheit wird also nicht mit Salbe „zugeschmiert“ und oberflächlich geheilt, sondern es wird nach einer organischen Ursache gesucht. Ich zitiere hier aus einem Artikel, weil ich es nicht besser erklären kann:

Unter Heilung versteht die Klassische Homöopathie nicht nur das Verschwinden der Krankheitssymptome. Vielmehr geht die Heilung mit einem erhöhten Wohlbefinden des Patienten einher. Nach Verabreichung der richtigen Arznei kommt es zunächst zu einer Verbesserung des Allgemeinbefindens. Erst dann verschwinden Organsymptome von innen nach außen und von oben nach unten. Zuerst heilen also innere Organe wie Herz, Leber, Niere aus, und dann erst gesunden die äußeren Organe, wie z.B. die Haut. Wenn eine Therapie zu einer Verschiebung der Symptome in einer anderen als der oben angegebenen Richtung führt, handelt es sich immer um eine Unterdrückung der Krankheit! Es gilt auch, dass neuere Symptome zuerst verschwinden, während schon länger bestehende Beschwerden sich erst später auflösen. Diese Gesetzmäßigkeiten werden nach dem berühmten Schüler Hahnemanns, C. Hering, die Heringschen Regeln genannt:

Die Richtungsgesetze der Homöopathie

(Die Heringschen Regeln)

Die Heilung schreitet fort:
von innen nach außen
von oben nach unten
Symptome verschwinden in der
umgekehrten Reihenfolge ihres Erscheinens

In Matzes Fall traten lange Zeit keine akuten Erkrankungen auf. Unser TA hat ein paar graue Haare bekommen. Matze ist einer der härtesten Brocken in seiner Praxis. Sein Allgemeinbefinden war lange Zeit gut, der Schnupfen, wenn auch mäßiger, war immer da. Als erstes trat vor ein paar Wochen der schon erwähnte Gallenstau auf, der mit einer einzigen Gabe eines Mittels schnell behoben wurde. Dann änderte sich sein Befinden. Matze war schlapp und schläfrig. Wir erstellten ein großes Blutbild. Die Nierenwerte waren grenzwertig, eine Urinprobe brachte eine Blasenentzündung zu Tage. Die Mittel wurden umgestellt, die Blasenentzündung ohne Antibiotikum geheilt. Eine zweite Urinprobe zeigte es schwarz auf weiß: Die Mittel wirken. Dann verstärkte sich der Schnupfen- er hatte nun eine akute Erkältung. Auch hier sind wir jetzt über den Berg. Wir warten hände-und pfotenringend auf einen Hautausschlag, der zeigen würde, dass sich die Krankheit nach außen verlagert.

Wir geben nicht auf. Matze ist zäh und wir auch. Wir haben in den ganzen Jahren auf Antibiotika verzichten können. Matzes Immunsystem wird so trainiert, er wird es immer besser schaffen, seine Selbstheilungskräfte zu aktivieren. Wir haben auch einen Allergietest machen lassen. Matze ist gegen einige Futterbestandteile allergisch und bekommt nur noch „ungefährliches“ Futter. Wie weit diese Maßnahme greift, wissen wir nicht, aber schaden kann es nicht. Wenn wir mit diesem Schnupfen leben müssen, können wir auf jeden Fall Schadensbegrenzung betreiben und sofort gegen steuern, wenn die inneren Organe in Mitleidenschaft gezogen werden.

Wie ihr seht, ist dieser Bericht ein sehr persönlicher. Wir gehen diesen Weg weiter, weil wir immer mehr Vertrauen gewinnen zu unserem Arzt und zur Homöopathie. Wenn ihr ein „austherapiertes“ Tier heilen wollt, erwartet keine Wunder. Sucht euch einen guten, erfahrenen Therapeuten und habt Vertrauen und Geduld. Oder versucht es gleich mit dieser sanften, ganzheitlichen Heilmethode, bevor aus einer akuten eine chronische Erkrankung wird.

“Wenn ein Chemiker die homöopathische Arznei untersucht, findet er nur Wasser und Alkohol; wenn er eine Diskette untersucht, nur Eisenoxid und Vinyl. Beide können jedoch jede Menge Informationen bergen.”

Dr. Peter Fisher, Forschungsleiter am Royal London Homeopathic Hospital

Liebe Grüße und bleibt und werdet gesund !

Futterfrau

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  1. Luftholen. Äugleinputz.
    Matze, auch wenn sich Dich als den Schwächsten aus dem Wurf bezeichne was eine Frechheit bei einem Kater wie Dir ist – sie muss Dich lieben, ganz ganz arg und doll! Das lässt uns Sensibelchen (samt der Nase hier) das Herzchen hüpfen und ein Tränchen wegdrücken.
    Viel Erfolg auf Eurem weiteren Weg!!
    Mit lieben Kopfstupser
    Marzipan & Chamapagner

  2. Puh – was ein langer Bericht. Und was ein persönlicher. Ich habe öfter nickend vor dem Monitor gesessen – mein Epi-Kater ist ja auch seit Jahren in homöopathischer Behandlung und ich selbst auch. Wie oft werde ich Fragen gefragt und lerne zunehmend beobachten, weil mir die Antworten manchmal oder öfter fehlen. Zuletzt lernte ich letzte Woche das Wort „Aufmerken“ – der rote Kater merkt auf, wenn er berührt wird und quittiert das mit einem leisen Geräusch, was kein echtes Miiiih ist, aber am ehesten so beschrieben werden kann. Er geht dann nicht weg und es gibt auch keine sonstigen Missfallensbekundungen, aber dieses „Geräusch“ ist neu. Und alles, was sich ändert, bedeutet eine Information für die Heilpraktikerin. Eine andere Uhrzeit für den Anfall. Langsamere Bewegungen. Oder eben Miiiih. Es ist wohl wahr – es muss niemand dran glauben – es kann immer mal wieder helfen – wie auch Matze sehr offensichtlich „beweist“.
    LG
    Vero

  3. […] So heilen wir. Ein neuer alter Ansatz Teil 3 « Pfotenland. Und in unserem Blog berichteten wir ja auch schon davon, dass hier auch homöopathische Mittel zum […]

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