Journal für Katzenkultur

So heilen wir. Ein neuer alter Ansatz Teil 2

In Hauptsache gesund on 19. Januar 2010 at 22:20

Liebe Menschen,

wenn ihr jetzt einen fundierten Artikel über die Klassische Homöopathie lesen wollt, muss ich euch enttäuschen. Freund Google bietet Interessierten aber umfangreiches Material. Ich beschränke mich darauf wiederzugeben, was ich gelesen, gehört, erfragt und erlebt habe.

Hier eine kurze Definition:

Homöopathie zählt zu den alternativen Heilmethoden. Homöopathie wird häufig fälschlicher Weise in Verbindung gebracht mit Pflanzenheilkunde, Akupunktur, Traditionelle Chinesische Medizin. Die Homöopathie ist eine eigenständige Therapieform mit ihren eigenen Gesetzmäßigkeiten. Ein Heilpraktiker wird erst durch eine Zusatzausbildung zum Homöopathen.

Wenn ich erzähle, dass ich meine Kater homöopathisch behandeln lasse, höre ich oft: „Habe ich auch schon versucht, hat nichts gebracht“.Warum hat es „nichts gebracht“? Weil ein kleiner aber feiner Unterschied darin besteht, ob ich Mensch oder Tier nach homöopathischen Gesichtspunkten behandle oder ob ich einfach homöopathische Mittel verwende.

Natürlich kann ich als Laie gelegentlich zu einem homöopathisch aufbereiteten Mittel greifen, um akute Krankheiten sanft aus zuheilen. Ich habe z.B. immer Arnica D6 parat. Nach Operationen ist es ein wunderbares Wundheilmittel, ebenso bei Prellungen, Muskelschmerzen oder Zahnentzündungen. Apis C30 liegt immer im Sommer griffbereit. Falls ein Felltier unbedingt eine Biene oder Wespe fressen will und in den Hals gestochen wird, beginnt damit die Erste Hilfe und gibt Zeit, den TA zu erreichen. Ich habe Apis für diesen Zweck  noch nicht benötigt, aber es beruhigt mich, dass es im Haus ist.

Wer es nicht weiß- Apis ist Bienengift. Ich gebe also bei einem Bienenstich (verdünntes/ aufbereitetes) Bienengift und handele nach dem homöopathischen Grundsatz: Ähnliches wird durch Ähnliches geheilt. Deshalb hilft Apis u.a. auch bei stechenden Schmerzen. Als ich neulich mit bloßer Hand ein heißes Backblech aus dem Ofen zog (fragt jetzt bloß nicht, warum!) und aufheulend durch die Küche sprang, habe ich in meiner Verzweiflung Apis eingeworfen, weil ich den Brandschmerz durchaus als „stechend“ empfand. Ein spezielles Mittel für Brandverletzungen hatte ich nämlich nicht im Angebot.

Was auch immer dann vor sich ging- in diesem Fall schließe nicht mal ich einen Placebo-Effekt aus- nach 5! Minuten war der Schmerz weg. Zwischen Daumen und Zeigefinger hatte sich eine riesige Blase gebildet, die in den nächsten Tagen schmerzfrei und problemlos austrocknete. Das halte ich für ein kleines Wunder.

Pulsatilla ist ein Mittel für Frauenkrankheiten, aber auch für Atemwegserkrankungen, Augeninfektionen, Verdauungsbeschwerden. Ein Mittel also für verschiedene Beschwerden? Ja, genau und das macht die Sache ja so spannend und für den Laien schwer begreifbar. Je mehr ich mich mit der Materie beschäftige, um so seltener greife ich einfach zu einem Mittel, das auf dem ersten Blick „passt“. Wie vielschichtig die Homöopathie ist, nach welchen Gesichtspunkten ein Mittel gewählt werden muss, dass nicht nur die Diagnose, sondern auch die Symptome in Betracht gezogen werden, das kann, wer möchte, jeder im Internet nachlesen.

Die Anwendung der Mittel gehört jedoch eindeutig in die Hände eines erfahrenen Homöopathen oder eines Arztes mit Zusatzausbildung. Ein klassisch arbeitender Homöopath versucht, dieses eine Mittel anhand einer eingehenden Anamnese zu finden. Besonders schwierig gestaltet sich diese Anamnese natürlich bei tierischen Patienten. Hier ist der Heilpraktiker neben seiner eigenen Einschätzung der Situation besonders auf die Beobachtungen der Tierhalter angewiesen. Mir ist es in Fleisch und Blut über gegangen, Matze und Rudi ständig zu beobachten. Ich registriere unterbewusst ungewöhnliches Verhalten, Fressgewohnheiten, veränderten Stuhlgang oder Schlafrhythmen, um diese Informationen bei Bedarf abrufen zu können. Wenn auf Anhieb das passende Mittel gefunden wird, genügt häufig eine einzige Gabe um die Heilung in Gang zu bringen.

Matze hatte vor ein paar Monaten einen Gallenstau. Wir ließen ihn sofort untersuchen, als ich sehr hellen Stuhl bemerkte. Ein Mittel, eine Gabe davon in der Praxis und die Geschichte war ausgestanden.

Natürlich sieht ein Homöopath diesen Gallenstau nicht als eigenständige Krankheit, sondern als Symptom einer ganzheitlichen Erkrankung. Matzes chronischer Schnupfen wird nicht ausheilen können, solange sich akute Krankheiten unter der chronischen „verstecken“. So nach und nach kommen einige akute Symptome zum Vorschein. Wir haben sie bisher alle ohne Antibiotika in den Griff bekommen. Die hat der Kleine auch genau so reichlich wie vergeblich als Kitten bekommen.

Matzes Geschichte erzähle ich euch im nächsten Artikel.

Liebe Grüße und bleibt und werdet gesund!

Futterfrau

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  1. Hallo Futterfrau :),
    ich kann das GUT verstehen – ich selbst bin seit mehr als 12 Jahren in homöopathischer Behandlung und habe damit so heilende Erfahrungen gemacht, dass ich das auch für meinen roten Kater in Betracht zog, als er mit seinen epileptischen Anfällen anfing. Seither haben wir diverse Erfahrungen damit hinter uns. Meine Freundin ist ganz hin- und hergerissen – was sollen solche Placebos schon bewirken? Andererseits mag es bei Menschen noch so sein, dass da ein gewisser Placeboeffekt passieren kann, wenn diese Menschen nur fest genug dran glauben. Ich habe mich damals völlig auf meine Homöopathin verlassen und nur immer wieder mitgeteilt, was ich beobachte (und fand die Fragen schon auch manchmal absurd, die sie mir stellte). Spätestens bei Felltragenden hingegen lässt sich der Placeboeffekt allerdings kaum halten – nur die Wirkung beobachten. Und die habe ich schon mehrfach beobachten dürfen. Tue das auch jetzt noch. Der rote Kater verändert sich durch die Mittel. Und die Fragen finde ich immer noch manchmal absurd 😉 – bemühe mich allerdings nichtsdestotrotz um Antworten, weil mir klar ist, dass diese Antworten wichtig sind für eine Einschätzung des Gesamtbefindens. In Zeiten des Internets schaue ich inzwischen schon auch mal nach, was sich so findet als „Indiz“ für dieses oder jenes Mittel – und staune immer wieder, wie vieles davon mir zutreffend erscheint.

    Alles Liebe auf Eurem be-schreiben-den Weg von Veros rotem Kater und vom himmlsichen Herzenskater, der bis Anfang Dezember auch diverse Erfahrungen mit der Homöopathie machte – und von der CCO

  2. Vero,
    Placebo schließe ich aus. Beide Kater hassen es, Medikamente einzunehmen. Sie genießen also keineswegs die „Zuwendung“ in diesem Moment. Aber warum zum Teufel müssen wir beweisen, warum es hilft? Es hilft. Immer? Nein. Auch Homöopathie hat ihre Grenzen. Helfen Antibiotika immer? Nein. Hilft es uns weiter, dass wir wissen, warum sie nicht immer helfen? Nein.
    Liebe Grüße und Danke!
    Futterfrau

    • Naja – ich würde auch eher nicht die „Zuwendung“ als „Beweis“ für Placebo verwenden wollen 😉 – sondern eher das, was Du im dritten Artikel so nett Dr. Fisher zitieren lässt. Die aktuelle Gabe erfolgt bei uns übrigens zusammen mit einigen TroFu-Teilchen – was na klar LECKER(li) ist, aber die bekommt er sonst einfach ohne die Kügelchen – das macht also für ihn keinen Unterschied in der Menge – nur dass er sie sonst geworfen bekommt und somit mehr dafür tun muss als sie mir aus der Hand zu fressen ^^.

      Ich bin dankbar für die von Dir aufgeschriebenen Fragen – so habe ich das bisher nicht gesehen, dass es wohl wahr ist, dass auch die Antibiotika nicht IMMER helfen und dass es uns letztlich nicht hilft zu wissen, weshalb das so ist. Ich bin echt froh, DASS die Homöopathie sehr oft wirklich hilft – auch wenn ich nicht verstehe, weshalb ;).
      LG
      Vero

  3. […] sowohl für mich selbst als auch für Felltragende. Was ich im Blog vom Pfotenland auch schon mal kommentiert hatte. Aber ob Kater/Katzen davon FLIEGEN können, wage ich ja schon zu bezweifeln . Ob es […]

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