Journal für Katzenkultur

Was ich immer mal sagen wollte Teil 2

In Wir denken, also sind wir on 24. November 2009 at 19:02

Liebe Menschen,

ich habe noch viel mehr zu sagen. Katzen und Menschen- die unendliche Geschichte einer wunderbaren Freundschaft- wenn ihr euch bemüht uns zu verstehen. Bedenkt bitte eines: Wir sprechen eine andere Sprache. Wir wissen es zu schätzen, dass ihr euch zumindest bemüht, unsere Lautäußerungen zu interpretieren. Wir bemühen uns deshalb um schlichte Ausdrucksformen. Manchmal reden wir jedoch so was von aneinander vorbei, dass ich es für eminent wichtig halte, einiges zu klären.

Fallbeispiel:

Ihr liegt gerade gemütlich auf dem (kratzfesten) Sofa. Ich springe liebevoll auf euren Bauch, schnurre, was das Zeug hält, tretele wie ein Kitten. Ihr streichelt mich. Zugegeben, der Ansatz war gut. Ich hoppse ein wenig auf euch herum, zwicke euch leicht aber bestimmt, lecke eure Nase, kurz – ich gebe alles. Ich werde langsam lästig. Ihr streichelt mich weiter und schubst mich dann vom Sofa (vermutlich wollt ihr schlafen, lesen, einen Film gucken). Jetzt muss ich deutlicher werden. Ich marschiere in Richtung Esszimmerbuffet und registriere begeistert, dass mir zumindest schon eure Blicke folgen. Ich springe aufs Buffet. Da steht einiges an Zeugs rum, mit dem ich nichts anfangen kann, z.B. diese über dreißig Jahre alten englischen Kakao-Kannen. Solche katzenförmigen Gebilde aus Keramik. Wenn ich die Pfote hinter den Henkel hake der wie ein Katzenschwanz aussieht, dann scheppert es leicht. Der ersehnte Moment ist gekommen. Ihr werdet langsam munter und die ersten Rufe ertönen: Matzenein!!!

Ich freue mich. Ja! Ich bin Matzenein und jetzt wird gespielt. Also- Pfote fester einhaken, ein kurzer Ruck und schon seid ihr vom Sofa aufgesprungen. Jetzt wird gespielt- denn es hat gekracht und eine der dreißig Jahre alten Kakao-Kannen ist Geschichte. Natürlich erschrecke ich mich furchtbar und hocke inmitten der Scherben. Futterfrau hyperventiliert. Während sie den Bruch sorgfältig entsorgt, wird auch ihr Atem ruhiger und sie sagt eine ganze Weile nix. Und dann kommts. Sie nimmt mich auf den Arm und knuddelt mich und dann flüstert sie mir ins Öhrchen: „Meine Schuld, Hauptsache gesund!“ Und dann wird gespielt!

Ich hatte Glück, denn obwohl ich nicht verstanden wurde, bekam ich Verständnis.

Futterfrau hat mal ein paar Regeln aufgestellt, von denen sie einige dann auf eigenes Risiko gelegentlich bricht.

1.Stell keine Dekorationsgegenstände auf an denen du hängst.

2.Blumensträuße mit zwei Meter langen wippenden Gräsern werden umgestylt.

3.Volle Kaffeetassen, Gläser und Aschenbecher werden zügig geleert oder permanent im Auge behalten.

4.Wollartikel (meine große Schwäche) wie Pullover, Socken, Decken, müssen nach Gebrauch diszipliniert in Schränke geräumt werden.

5.Bei Krallen in den Gardinen kommt unverzüglich die Wasserspritze zum Einsatz.

6.Aktionen, die schon im Ansatz unseren Leib und unser Leben gefährden, kennen kein Pardon. Es kommt unverzüglich die Wasserspritze zum Einsatz.

So, liebe Menschen, die ihr vielleicht euer Leben mit Katzen teilen wollt oder es schon tut: Habt ihr verstanden, worum es in diesem Artikel geht? Für die ganz Dummen: Ich rede hier von der besonderen Leichtigkeit des Seins, die man besonders den „Katzenmenschen“ nachsagt.

Ich rede von Gehorsamsverzicht, von Leben und leben lassen, von Toleranz und Verständnis und davon, zwei völlig unterschiedliche Denkstrukturen auf einen Nenner zu bringen.

Ich Katze- du Mensch.

Dieses Kakaokannen-Drama hat Futterfrau zum Nachdenken gebracht.

Das Corpus Delicti -Gegenstück

Darüber, wie wichtig ihr solche Dinge wirklich sind. Diese Kannen standen viele Jahre herum und wurden kaum noch beachtet. Höchst selten wurden sie ihrer ursprünglichen Bestimmung zugeführt und mit Kakao gefüllt. Okay- ein paar Geschichten hatten sie zu erzählen- aber die sind ja nicht zerbrochen. Und eine neue ist hinzugekommen. Die Geschichte „Als Matzenein spielen wollte“, wird mich unsterblich machen.

Bis demnächst!

Euer Matze

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  1. Wenn meine Gastkatzen zu Besuch kommen, stelle ich auch immer einige Deko in den Schrank…ich habe nämlich eine Sandsammlung und vier Exponate sind in offenen Schalen ausgestellt 🙂 ich schicke demnächst mal ein Bild via twitter…
    Diese 4 Dekoschalen verschwinden regelmäßig im Schrank, so auch jetzt, da Tipsy zu Besuch ist…obwohl das wahrscheinlich überflüssig war. Ansonsten hatte ich ähnliche Regeln…außer der Wasserspritze; die war auch nie nötig
    Liebe Grüße
    Manuela

  2. Liebe Manuela, du bist ein Katzenmensch, ganz klar!
    Die Wasserspritze halten wir auch für grenzwertig. Aber nötig ist sie schon. *grinsegesichter*
    Lass dich beschnurren von
    Matze+Rudi

  3. Ich werde Besitzerin zwingen, das zu lesen. Als ich ihre Lieblingstasse zerschmettert habe, war sie drei Tage lang sauer auf mich. Aber ich schmeiße Sachen runter, weil ich Hunger habe (also stündlich) und nicht, weil ich spielen will.

    (Unsere Wasserspritze ist übrigens kaputt. *gnihihi*)

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