Journal für Katzenkultur

Who the fuck is Schnurrbert van der Leyer?

In Songs on 9. Oktober 2009 at 19:35

Matze: Zahlreiche Anfragen trafen in der Redaktion ein. Schnurrbert van der Leyer?

Gibt es ihn wirklich? Handelt es sich hier um ein Fake? Ist er ein Kater aus Fleisch und Fell? Wo lebt er? Wo können wir mehr über sein künstlerisches Schaffen erfahren?

Auf Anfrage der Redaktion brach der zurückgezogen lebende Künstler sein Schweigen und beantwortete Reporter Rudi die drängendsten Fragen.

Rudi: Ich durfte noch einmal meinen Kumpel Schnurrbert besuchen. Wir aßen ein wenig gegrilltes Huhn und plauderten. Über Kunst und Musik und das Leben und die Menschen. Hinter jeder erfolgreichen Katze steht nämlich auch ein Mensch, der ihr seine Stimme leiht. Schnurrberts Stimme heißt Dirk Schulte. Die beiden teilen in enger mentaler und künstlerischer Verbindung ihr Leben.

Und wir haben zusammen voll cool ne Runde abgerockt.

Schnurrbert und Rudi rocken

Schnurrbert und Rudi rocken

Hier ist das Interwiejuh:

Rudi: Hast du ein Sternzeichen und wenn ja, welches?

Schnurrbert: Schütze, Aszendent Jungfrau.

Rudi: Die Mädels interessieren sich sicher für deine Lieblingsfarbe. Ich ja nich so.

Schnurrbert: Alle Brauns – am liebsten Van-Deyck-Braun und Chamois.

Rudi: Hast du noch Hobbies außer, na du weißt schon?

Schnurrbert: Früher: Autos zählen. Heute: Spät ins Bett gehen.

Rudi: Ich weiß, dass du Thunfisch magst.Was ist dein Lieblingsgericht?

Schnurrbert: Thai-Curry und Pizza aus dem Alfredo-Pizza-Ofen.

Rudi: Kannst du lesen? Was ist dein Lieblingsbuch?

Schnurrbert: Knut Hamsun: „Mysterien“.

Rudi: Na gut…ähm..Hast du auch einen Lieblingssong… ähm, der nich von dir is?

Schnurrbert: Das ist aber echt schwer. „Sailing to Philadelphia“ von Mark Knopfler steht jedenfalls ganz oben.

Rudi: Mark Knopfler! Da bin ich auch ein Fan von! Wie isses denn mit Lieblingsfilmen?

Schnurrbert: Ist ja noch schwerer! „Und täglich grüßt das Murmeltier“,  „Die fabelhaften Baker Boys“ und „Down by Law“ gehören defintiv dazu. Oh- und natürlich „Lost in Translation“.

Hilfe- das sind ja alles Ami-Filme, merke ich gerade. Also – auch die alten, in Schwarzweiß gedrehten französisch-italienischen Krimis mit Lino Ventura, Alain Delon und Jean Gabin werden gern gesehen

Rudi: Puh, hätte ich mal bloß nich gefragt. Wie bist du zur Musik gekommen?

Schnurrbert: Da, wo man versuchte, mich aufzuziehen, wars ödend langweilig – nicht mal ne Autobahn in der Nähe, um weg zu trampen.

Gitarre und Querflöte waren die letzte Rettung, sonst wäre ich vermutlich heute der nette ältere Herr mit der Nickelbrille hinter dem Bankschalter. Zum Glück gabs aber noch ne kleine Handvoll gleichgepolter Verrückter, mit denen man Krach – ähem – Musik – machen konnte. Mit 16 Jahren fing die musikalische Reise an und irgendwie bin ich immer noch unterwegs . . .

Rudi: Hast du auch einen normalen Beruf?

Schnurrbert: Weil mir vor lauter Langweile nix vernünftiges einfiel, bin ich Buchhändler geworden und habe ganz viele Simmels und Konsaliks und Heinz-Erhardt-Bücher verkauft. Das entpuppte sich nach ner Weile als das Langweiligste überhaupt – und hätte ich nicht in dieser Zeit so tolle DichterInnen wie Else-Lasker-Schüler, Paul Eluard, Jacques Prevert oder Richard Brautigan lesen und lieben gelernt, dann hätte ich es nicht bis zur Prüfung durchgehalten.

Rudi: Was machst du sonst noch, außer Musik?

Schnurrbert: Schreiben, schreiben und schreiben. 2007 gabs wieder mal einen Gedichtband mit dem Titel „Kraft unter unseren Schwingen“. Darin wechseln sich meine Gedichte mit tollen Fotografien von Friedhofsengeln ab, die die Fotografin Agnes Bläsen-Jansen auf Friedhöfen im In- und Ausland gemacht hat.

Letztes Jahr hab ich ein Hörbuch mit Reise- und Naturgedichten veröffentlicht („Ich aber seh die Halme wehn…“) –

Neuerdings kann man auch Briefe von mir im Internet lesen, die ich an eine alte Freundin schreibe – „Briefe an Marie“.

Und dann gibt es noch den Roman, der, wenn weiter so viel dazwischen kommt, wahrscheinlich pünktlich zu meinem Renteneintritt mit 67 erscheint.

Von den Puppen-Fotos, die ich seit einiger Zeit mache und die es bald käuflich zu erwerben gibt, erzähle ich ein andermal . . .

Rudi: Was erwartet die Hörer auf deinen CDs? Außer Musssik natürlich…

Schnurrbert: Paragraf 1: Kein Krach – Paragraf 2: Kein Kitsch – Paragraf 3: Kein Dolby Surround.

Es sind vorwiegend ruhige Chansons über die großen Dinge nachts, über vermeintliches Scheitern und die Siege des Augenblicks. Oft melancholisch wie die Liebe, aber nie so düster, dass man sich die Kugel geben müsste. Wer es liebt, einen Song durch mehrmaliges Hören immer weiter zu entdecken, wer sich gern auf ergebnisoffene innere Reisen macht, der ist bei mir richtig.

Rudi: Ah, oh, ja! Welche deiner CDs würdest du Einsteigern empfehlen?

Schnurrbert: Das hängt ganz davon ab, wo sich die/der Einsteigende gerade befindet. Ich denke, mit „Schlachfeld Liebe“ oder mit „Dreizehn Häutungen“ kann man sich sehr gut in meine Welt einschwingen. Wer gleich mit was Aktuellem einsteigen möchte, dem sei die 2008 erschienene CD „Freibeuterherzen“ empfohlen.

Rudi: Kann man dich auch live erleben?

Schnurrbert: Im Moment definitiv nicht. Nach langen Jahren des (musikalischen) Unterwegsseins genieße ich die Abgeschiedenheit meines kreativen Laboratoriums und konzentriere mich lieber drauf, inspirierende CDs zu produzieren.

Rudi: Was sind deine aktuellen Projekte?

Schnurrbert: Gerade bereite ich ein Hörbuch mit den oben erwähnten Engel-Gedichten vor. Im nächsten Jahr wird es sowohl neue Lyrik als auch neue Musik geben.

Und von den Puppen-Fotos, die ich seit einiger Zeit mache und die es bald käuflich zu erwerben gibt, wollte ich ja ein andermal erzählen 😉 . . .

Rudi: Danke, Schnurrbert und – ähem Dirk – für dieses Interview!

Schnurrbert: Danke dir, Rudi! Und weils so schön war, schenke ich allen Pfotenland-BesucherInnen einen Song aus meinem Album „Freibeuterherzen“. Er heißt „Die Kähne am Kanal“ – viel Spaß beim Hören!

Rudi: Und das is nämlich mein Lieblingssong. Da spielen Katzen mit und Mücken und Schwäne!

>> Dirk Schulte: „Die Kähne am Kanal“ MP3

>> Dirk Schulte: „Die Kähne am Kanal“ Text

>> Webseite Dirk Schulte

>> Webseite Dirk Schulte CD „Freibeuterherzen“

>> Lyrik-Band „Kraft unter unseren Schwingen“

>> Dirk Schulte: „Briefe an Marie“

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  1. Lieber Rudi, Du hast das ganz toll gemacht, vielen Dank für Deinen aufopfernden Einsatz und auch lieben Dank an Matze für´s Krallenknappern und geduldig auf Rudi warten … 😉

    Lieber Schnuttbert, (lieber Dirk), danke das Du dem Rudi so toll Frage und Antwort gegeben hast – scheinbar hattet ihr ja zusammen auch eine ganze Menge Spaß beim abrocken …
    Wirst Du nochmals so einen Hit wie den Twitter-Katzen-Song machen oder wird es für immer ein one-Hit-wonder bleiben? Nicht das uns die Krähne nicht gefallen würden (naja, das ist mehr was für die Menschin) aber ehrlich, an den Katzen-Twitter-Song kommt das lange nicht dran.

    Es stupsen Euch mit freundlichen Grüßen
    Marzipan (Groupie 2) und Champagner (Groupie 1)

  2. Das ist doch alles erfunden! Katzen können doch gar nicht schreiben! 😉

    • @Barbara, die Jungs sind ein teil von jener Macht, den man nur mit ausreichend Phantasie erschaft, du merkst doch wie Real das alles ist, ich kenne die Jungs noch nicht mal zwei Monate und möchte sie nicht missen und frage mich ernsthaft warum Meine Katze nicht Twittert oder blogt, und nein Ich bin nicht geistes gestört.

      @Matze und Rudi, macht weiter so

      Gregor und seine Morle maunzt vom Sofa zu euch rüber

      • Matze: Genau so is das Gregor. Willkommen in unserem Universum!Jeder von uns ist einzigartig und unverwechselbar.
        Hier läuft ganz großes Kino!

        Rudi:…und das Morle hat sicher auch was zu sagen.Manno! Gib ihr eine Stimme.

  3. Liebe Barbara, wir beweisen täglich das Gegenteil! Wir sind kulturell sehr hoch entwickelte Spezis.

  4. He Barbara – das stimmt ja gar nicht! Auf Twitter schreiben zum Beispiel viel mehr Katzen als Menschen. Glaub ich (muß noch mal nachzählen…)

  5. Matze: Oh! Ich glaube, die Barbara meint das nicht so! Das ist nämlich eine Engel- Frau!

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