Journal für Katzenkultur

Was ich immer mal sagen wollte

In Wir denken, also sind wir on 20. September 2009 at 13:05

Liebe Menschen,                                                                                                              

ihr wollt euch eine Katze „anschaffen“ ?

Dann seid ihr hier falsch. Klickt euch raus aus Pfotenland, aber fix und sucht euch eine Seite über Modelleisenbahnen oder Zierfische. Vielleicht macht ihr aber auch den PC aus und denkt zwei Stunden (mindestens) intensiv über den Wunsch nach, eure Wohnung, euer Leben und euer Herz mit einem Miauer zu teilen, wenn ihr meinen Artikel gelesen habt.

Ihr „besitzt“ bereits eine Katze? Wenn ihr das wirklich glaubt, seid ihr hier falsch. Klickt euch raus aus Pfotenland, aber fix und sucht euch eine Seite über Modelleisenbahnen oder Zierfische. Vielleicht lest ihr aber trotzdem meinen Artikel und seid am Ende schlauer.

Ihr wohnt und lebt bereits mit Katzen? Super! Ich liebe euch- aber wirklich Neues kann ich euch dann nicht erzählen.

Ich habe für diesen Artikel recherchiert und dann alles wieder verworfen. Ist es wirklich wichtig, wie intelligent wir sind? Im Vergleich zu anderen Tieren oder zu unseren Menschen?

Ich heiße Matze, ja, ist schon klar. Aber ich denk ja gar nicht dran, auf Kommando aufzuspringen und angesaust zu kommen, wenn es wieder tönt: Matze! Maaaatze! Mahahatze!Matzemauuuuuuuus! Vielleicht schlafe ich ja gerade, oder ich habe es endlich geschafft, die Kleiderschranktür zu öffnen, um drinnen etwas Fell abzuwerfen. Oder ich belauere diese nervige Fliege, die ständig auf meinem Freßnapf sitzt, die preisgekrönte Taube des Nachbarn (manno- wenn ich die erwische!), oder meinen Kumpel Rudi, der hinter dem Vorhang hockt und glaubt, man sieht ihn nicht. Leute- ich bin den ganzen Tag über beschäftigt. Also stört mich nicht ständig!

Wenn ich auf den Arm will, dann mache ich den berühmten „Jedi-Jump“, den ich von meinem Regenbogen-Bruder gelernt habe. Dann ist es mir auch wurscht, ob ihr gerade eine Tasse Kaffee oder eine volle Einkaufstasche tragt. Lasst alles einfach fallen und schnappt mich während des Sprunges- dann tun meine Krallen auch nicht weh. Das kann doch nicht so schwierig sein und ist als gute Zirkusnummer immer Applaus wert.

Jetzt kommt das Sofa-Thema! Ihr glaubt doch nicht im Ernst, dass wir wissen, was euer Sofa gekostet hat? Es gibt tatsächlich Menschen, die den Katzen böswillige Zerstörungswut unterstellen, wenn an ihrem Sitzmobilar gekratzt wird. Schon mal was von „Haptik“ gehört?

Das ist der Tastsinn. Bei uns Bepelzten ist er natürlich besonders in den Schnurrhaaren ausgeprägt. Bei mir sitzt er auch in den Pfoten. Ich liebe es, bestimmte Materialien zu bekratzen. Natürlich haben wir einen Kratzbaum. Aber ist Sisal haptisch wirklich so interessant, wie die Oberflächenstruktur eines schönen gepolsterten Sofas? Man kann es mir bis an mein Lebensende verbieten. Es geht immer mal wieder mit mir durch. Ich bin ein Kater. Punkt. Ihr könnt euch darüber aufregen bis zum Hyperventilieren oder einfach ein Sofa mit auswechselbaren Bezügen anschaffen.

Okay- Kumpels von uns bevorzugen Tapeten und haben da so ihre Lieblingsstellen, denen sie gerne mal ein neues Design verpassen. Regt euch nicht auf, das bringt eh nix. Der Klügere- und das seid ja angeblich ihr- gibt nach. Ganz pfiffige, harmoniebedürftige Katzenmenschen bevorraten sich mit ein paar Tapetenrollen und kleistern hin und wieder eine neue über die Fetzenstelle. Oder sie montieren ein „Tapetenbrett“ an die Wand, das schnell wieder frisch beklebt wird.

Wenn wir schon in einer Wohnung mit euch leben, dann müssen wir es uns einfach so angenehm wie möglich machen und es ist eure verdammte Pflicht und Schuldigkeit, uns dabei zu unterstützen!

Ihr werdet es bemerkt haben, eigentlich rede ich hier von „Erziehung“. Natürlich kann man uns erziehen (wenn es euch beruhigt). Wir sind lernfähig, durchaus. Wir lernen ruckzuck wie man eine Tür öffnet. Warum? Weil es extrem wichtig ist, so was zu können. Wir kommen schnellen Schrittes angedackelt, wenn sich jemand in Richtung Kühlschrank bewegt. Wir erwachen aus dem Tiefschlaf, wenn das Hähnchen im Backofen knusprig ist. Ich glaube, das hat was mit Ursache und Wirkung zu tun.

Aber bitte- was wir in hundert Jahren nicht kapieren (wollen) ist, dass Tische, Betten und Küchenarbeitsplatten für uns tabu sein sollen. Kann mir mal einer von euch Schlaumeiern erklären warum eigentlich? Die „Besitzer“ von Katzen kommen jetzt mit dem Totschlag-Argument: Hier haben Katzen nichts verloren! Wir wollen das nicht und fertig! Aus!

Es folgt meistens diese unglaublich ermüdende Argumentation, die um Bakterien, Bazillen, Viren, Herpes und Pestilentia, Schmutz und Haare kreist, wie die Erde um die Sonne. „Besitzer“ haben ihre Katzen natürlich während entnervender Kleinkriege „erzogen“.

Nee- die springen nirgendwo mehr drauf. Bravo! Aber Leute- und dafür hebe ich drei Krallen- ihr seid noch nicht ganz aus der Wohnung, dann sitzt alles was vier Pfoten hat, genau da, wo es nicht soll. Gaaaaanz genüßlich. Aber gut- träumt weiter!- Und denkt gelegentlich darüber nach, was ihr im Laufe des Tages Ekliges anfasst und einatmet: Türklinken, auf denen alles mögliche lebt und sich munter vermehrt, Krankheitserreger in öffentlichen Verkehrsmitteln und von dem Zeugs, das ihr an euren Schuhen in die Wohnung tragt, rede ich mal gar nicht.

Bei uns liegt in der Küche ein Päckchen mit diesen feuchten, desinfizierenden Papiertüchern. Bevor der Pizzateig auf die Arbeitsplatte geknallt wird, kurz damit drüberputzen und gut ist’s.

Relativ schnell leuchtet es uns hingegen ein, dass ihr uns nicht so gerne auf dem Tisch neben euren Tellern sitzen habt. Wir sind ja nicht doof. Ihr setzt euch ja auch nicht in unsere Freßnäpfe.

Ich könnte jetzt noch stundenlang über dieses Thema diskutieren, schwadronieren, viehlosophieren. Ich habe noch viel mehr auf der Pfanne. Deshalb ist das Thema eine Fortsetzung wert. Wäre echt mal spannend, was ihr dazu meint. Die Redaktion freut sich über jeden Kommentar.

Bis dahin!

Euer Matze

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  1. Ach Matze…du bist echt super! Und genau so ist es! Als meine beiden geliebten Tiger Mohrchen und Bijou noch lebten, da durften sie überall hin. Mir war eh immer klar, dass sie, wenn ich nicht im Haus war, überall rumturnten; auf dem Tisch, im Regal, im Bett etc. Und so sollte es auch sein…es war ja schließlich auch ihr Zuhause. Nur durften sie nicht auf den Tisch, wenn dieser zum Essen gedeckt war…witzig…ich hab ihnen dann immer gesagt, ich sitze schließlich auch nicht auf eurem Fressnapf. Ich wusste, sie haben es verstanden. Als ich meinen jetzigen Mann kennenlernte, sagte ich ihm: du kriegst mich nur mit meinen beiden Katzen, und zwar so wie sie sind. Da gibts nichts dran zu erziehen! Und so war es!
    Also, wer eine oder mehrere Katzen als Lebensbegleiter hat (so habe ich meine Zwei immer betrachtet), der sollte sie so akzeptieren, wie sie sind. Dann wird das eine tolle Erfahrung! Für mich war sie es! Ich liebe Katzen!

    • Matze: Hi Marion ! Da bin ich aber erleichtert! Die erste „Nicht-Besitzer-Stimme. Danke!

      Rudi: Leben und leben lassen. Fertig!

      Es freut sich: Die Redaktion

  2. Der Caspa ist angeblich so erzogen, dass er nicht auf den Tisch geht, wenn die Menschen da sind. Aber keine Sorge, es wird nicht lange dauern, bis ich diese Einstellung durch mein schlechtes Vorbild torpediert habe.

  3. Uuuuups. Die Redaktion schlief. Natürlich freuen wir uns über MANUELAS Kommentar!

  4. Moin Matze, ich habe meiner Morle deinen Artikel gerade Vorgelesen, als sie plötzlich auf meinen Schoß sprang. Und sie giebt dir völlig recht, und Ich überings auch, Habs ja schon oft genug gemerkt wenn Morgens nach dem Aufstehn oder Mittags nach der Arbeit der Rechner An war, den ich ganz bestimmt Ausgemacht habe. Ja das kann sie PC’s anschalten, Ich weiß nur noch nicht warum, denn sie twittert ja numa auch nich, dass überlässt sie noch den Vögeln. Fliegen fängt sie überings am liebsten wenn sie Auf dem Trink napf Sitzen.
    so genug über meine süße geschwafelt
    cu an other time
    on an other place

    Gregor

  5. Genau so ist es!!! Besser kann der feline Charakter nicht beschrieben werden!

  6. Ach je, was hat denn meine Frage, ob es Abhilfe gegen Tapetenkratzen gibt, da bloß ausgelöst? Ich dachte doch bloß, d. es da evtl. eine „List“ oder sowas gibt, die wir noch nicht kennen. Aber es muss sich niemand, wirklich NIEMAND, Sorgen um unsere Fellbündel Pebbes & Paulinchen machen, denn wir sind seit fast 30 Jahren mittlerweile recht gut erzogene Wegbegleiter von Katzen, sowohl von gesunden als auch von kranken.
    Das einzig Neue für uns ist die Rasse – BKH, sonst hatten wir immer „normale“ Hauskatzen (bitte entschuldigt diese Formulierung, mir fiel die korrekte Bezeichnung gerade nicht ein) – und dass nach über 20 Jahren d. erste Mal mal wieder junge Katzen bei uns eingezogen sind. Also nochmal: keine Panik, wir Vier kommen wirklich gut miteinander klar u. mein Mann und ich sind absolut vernarrt in unsere „Bettwärmer“!!!! 😉

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