Journal für Katzenkultur

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Doch geschafft!

In Vier-Pfoten-Stories am 13. November 2010 um 17:39

Liebe Felle, liebe Menschen,

hin und wieder sollte man eine Geschichte erzählen. Damit sie nicht in Vergessenheit gerät. Wir durchforsteten neulich unser Foto-Archiv und fanden diese Geschichte wieder:

…und sie haben es doch geschafft!

Es war am Ostersonntag vor vier Jahren. Die Futterleute unternahmen einen kleinen Ausflug in die nähere Umgebung. Ohne uns. Na, egal….weiter:

Sie gingen durch einen Schloßpark mit Bach und Ententeich. Fünf Stockentchen, winzig klein, rannten über eine Wiese und amüsierten die Spaziergänger. Aber nicht mehr lange. Zum Entsetzen aller wurde eines von einem Vogel geschnappt. Und weg war es. Da warens nur noch vier.

 

Da waren es nur noch vier

Die Entenmutter ließ sich nicht blicken. Bekanntlich greift man ja nicht einfach in den natürlichen Ablauf der Dinge ein. Über eine Stunde beobachteten also die Futterleute die offensichtlich mutterlosen Küken- und den bedrohlich über ihren Köpfen kreisenden Riesenvogel. Ein Großvater mit Enkel unterwegs, schnappte sich sich die Kleinen und setzte sie in den Bach- in der Hoffnung, ihnen eine Fluchtmöglichkeit zu bieten. Eines ertrank sofort. Da warens nur noch drei. Die Küken retteten sich mit letzter Kraft ans Ufer.

Unser Futtermann hechtete über die Brücke, rutschte das Ufer hinunter, sammelte die Entchen ein und lagerte sie in einem gefundenen Joghurtbecher zwischen.

Was tun? Darf man einfach eingreifen? Und was ist, wenn die Entenmutter zurück kommt? Nein- ziemlich klar- die kommt nicht mehr. So lange lässt keine Mutter ihre Kinder allein.

Wir haben in unserem Ort ein Tierheim. Praktisch nicht? Also rief unsere FF dort an und wollte einen Rat. Kurzfassung des Gesprächs mit dem Tierheimleiter: Ja, die sind wohl mutterlos. Ja, einsammeln. Aber wir sind nicht zuständig. Das gehört in den Bereich des Dortmunder Tierheims. Zur Polizei bringen, die werden dann abgeholt.

Wunderbarer Weise war eine Polizeidienststelle in unmittelbarer Nähe. Unsere Futterfrau marschiert wild entschlossen und mit einem „Fröhliche Ostern“ hinein und stellt den sehr netten, aber wenig begeisterten Beamten die Joghurtbecher-Entchen auf den Tisch. Die leeren sofort einen Karton mit Kopierpapier und schaffen damit das erste Zuhause für die Zerzausten. Natürlich ist das Tierheim Dortmund nicht erreichbar und die Futterleute ziehen mit drei Stockentenküken von dannen.

Auf der Rückfahrt wird Plan B diskutiert. Wir haben ja ein Tierheim am Ort. Praktisch nicht?

Die Futterleute tauchen mit ihrem Entenkarton im heimischen Tierheim auf. Der Tierheimleiter, offenbar völlig gestresst  beim Heckeschneiden, begrüßt sie mit den Worten: Ich hab ihnen doch schon am Telefon gesagt, dass wir nicht zuständig sind. Die Futterfrau holt tief Luft und erklärt die Situation und beendet ihren Text mit den Worten: Ich dachte, hier ist ein Tierheim?

Der Tierheimleiter, ziemlich unwirsch, redet von der völligen Unmöglichkeit diese Tiere aufzunehmen. Original-Ton: Mehr als sie hier hinstellen, kann ich auch nicht.

Der Futterfrau platzt der Kragen. Sie entreisst ihm den Karton, knurrt, sie wäre da aber anderer Meinung. Sie würde jetzt gern nur wissen, womit sie  die Tiere füttern kann. Original-Ton Tierheimleiter: Das weiß ich doch nicht! Mit dem Satz: Ich dachte, das ist hier ein Tierheim- und drei Stockenenten verlassen die Futterleute diese gastliche Stätte.

Was wird ihnen hinter gerufen? Die bringen sie doch nicht durch!

Plan C wird entworfen. Die Entchen ziehen bei uns ein. Die PC’ s laufen heiß. Was fressen sie? Was hat man Ostersonntag im Haus? Die Lösung: eingeweichte Haferflocken. Die drei fressen, als gäbe es kein Morgen.

 

Hungäääärr!

Ein großer Karton wird mit Handtüchern ausgelegt. Dort hinein kommt eine Wärmflasche, darauf ein großes Pinguin-Stofftier. Unter den Pinguin-Flügeln werden die Kleinen nun jede Nacht schlafen.

Sie wohnen im Arbeitszimmer, wir dürfen da nicht mehr rein. Die Findlinge erholen sich, sie wachsen sogar und machen mehr Arbeit als zwei Kater. Jeden Tag wäscht die FF eine Ladung Handtücher, geht junge Brennesseln und Löwenzahn sammeln und mailt mit Stockenten-Experten.

Als es wärmer wird, stehen sie in ihrem Karton draußen, damit sie sich wieder an die frische Luft gewöhnen. Das Karton-Revier wird erweitert und mehrmals täglich in die Sonne gerückt.

Abends ist Badezeit. Lauwarmes Wasser in die Wanne, ein paar Steine rein und Tick, Trick und Track drehen ein paar Runden. Sie haben jetzt zwar einen Namen, aber die Futterleute bemühen sich, sie nicht „handzahm“ werden zu lassen. Nach dem Schwimmkurs werden sie unter der Rotlichtlampe getrocknet.

 

Schwimmkurs

Solarium

Das Kraftfutter tut nun seine Wirkung, die drei werden zu groß für ihre Kartonvilla. Der Futtermann baut ein tolles Gehege. Ringsum gesichtert mit Kaninchendraht, auch das Dach.

Drinnen steht ein Schlafhäuschen- immer noch mit Wärmflasche für die Nacht und eine alte Babybadewanne für das Schwimmtraining. Der Boden ist ist mit Torf ausgelegt, weil wir keine Wiese haben.

Dann kommt der schlimme Tag. Die FF wird im Morgengrauen von merkwürdigen klopfenden Geräuschen geweckt. Vom Fenster aus ist das Entengehege nicht komplett einsehbar, auf dem Zaun krakelen zwei Elstern. Die Futterfrau geht beruhigt wieder ins Bett, glaubt, die Elstern haben den Lärm veranstaltet.

Ein paar Stunden später findet der Futtermann ein enthauptetes Entchen im Gehege und zwei verstörte Überlebende im Häuschen. Da warens nur noch zwei. Sie suchen nach einer Schwachstelle, finden aber keine.

Einzig ein Iltis kommt in Frage. Diese kleinen, sehr schlanken beweglichen Tiere. Sofort wird das Kaninchengitter verstärkt, das Dach zusätzlich mit Steinen beschwert. Irgendwann haben die beiden Stockis diese traumatische Erfahrung vergessen und wachsen und gedeihen und müssen endlich ausziehen. Es wird wirklich Zeit.

 

Freiluft-Gehege

In der Nachbarschaft ist ein wunderschöner Naturteich. Dort dürfen die Futterleute sie aussiedeln.

 

Das neue Zuhause

Der Abschied fällt schwer, aber die beiden fühlen sich auf Anhieb wohl und sind sofort zu Hause. Sie werden natürlich jeden Tag besucht. Sie haben nun ihr Erwachsenen-Gefieder und man erkennt  deutlich einen Erpel und eine Entenfrau. Und irgendwann schwimmen elf  Entenkinder hinter ihnen her. Sie haben nicht alle überlebt, aber das ist in der Natur wohl auch nicht so vorgesehen.

 

Die erste Minute der neuen Freiheit

Die Familie ist irgendwann den anderen Stockenten gefolgt, die immer zur Fütterungszeit an den Teich kamen. Wenn ihr sie seht, dann grüßt sie von uns.

Futterfrau: Das war eine schöne, lehrreiche und intensive Erfahrung. Wir haben die Entchen „durchgebracht“ . Ohne jede Diskussion, ob es wertes oder unwertes Tierleben gibt. Haben wir der Natur ins Handwerk gepfuscht? Es ist uns wurscht, wir würden es unter gleichen Vorzeichen wieder tun.

 

 

 

 

 

Aus dem Leben eines Geheim-Katers Teil 2

In Vier-Pfoten-Stories am 8. Dezember 2009 um 13:07

Hallo Kumpels!

Der ganz geheime Neo hat uns auf ganz geheimen Wegen den zweiten Bericht seines ganz geheimen Lebens im Untergrund zukommen lassen. Lest schnell, denn diese Aufzeichnung vernichtet sich selbsttätig nach 30 Sekunden….

Mission: Der rote Punkt

Neo:Ihr fragt euch sicherlich, was mein Geheimauftrag überhaupt ist. Er ist so einfach zu verstehen und doch so schwer umzusetzen: ich muß den roten Punkt finden und einfangen.

Er birgt Allwissen, ewige Verzückung, unendlichen Spieltrieb, Seelenheil für die gesamte Pfotenwelt!

Doch ich sollte von vorne beginnen. Ich kehrte also bei den Monstern ein. Natürlich verhielt ich mich erst einmal wie ein ganz normaler Kater. Auch das hatte ich gelernt.

Ich wurde aus dem mobilen Gefängnis entlassen und sah mir zuerst genau meine Umgebung an. Große Fenster, viele Erhöhungen (die Monster nennen es Kratzbäume und nicht-auf-die-Schränke), die ich für Spähvorhaben gut verwenden kann, großzügige Verpflegung, gängiges Gelände-es hätte schlimmer kommen können.

Doch zurück zu den Monstern. Erst einmal mußte ich ihr Vertrauen gewinnen, damit ich später in Ruhe arbeiten konnte. Sie schienen ein wenig überrascht und warfen Begriffe wie „zu neugierig“, „überhaupt nicht ängstlich“, „als wäre er hier schon zu hause“, ein. Ich war zu auffällig. Konzentrieren, Neo!

Kontaktaufnahme

Ein wenig später setzten sie sich auf das Sofa. Ich nutzte die Gelegenheit, sprang zu ihnen und warf mich vor jedem der beiden auf den Rücken, legte das Köpfchen schief, brummte, dass ich meinen Speichel nicht mehr halten konnte und kniff entspannt die Augen zu.

Das zeigte Wirkung. Mir wurde ausgiebig der Bauch gekrault und…was soll ich sagen? Man kann durchaus das Angenehme mit dem Nötigen verbinden.

Das Fressen sollte sich noch als ein wenig schwierig erweisen. Monster erwarten, daß man Unmengen auf einmal verschlingt und dann ungeduldig nach mehr miaut. Aber ich habe für so etwas keine Zeit! Nie die Umgebung aus dem Blick verlieren!

Observierung

Sondierung des Terrains

Ich fraß ein bisschen, um mich weiter unauffällig zu verhalten, dann ging ich wieder der Ausspähung nach. Als ich völlig versunken die Umgebung erkunde, passiert es dann: sie steht vor mir.

Damit hatte ich nicht gerechnet….

Wir hoffen auf eine Fortsetzung und drücken die schweißnassen Pfoten.

Matze+Rudi



Aus dem Leben eines Geheim-Katers Teil 1

In Vier-Pfoten-Stories am 14. November 2009 um 16:50

Liebe Pfotenland-Leser,

die Redaktion ist an einer gaaaanz heißen Sache dran! In einer Nacht-und Nebelaktion und unter Einsatz unserer sieben Leben ist es uns gelungen, IHN dazu zu bewegen, über sein geheimes Leben im Untergrund zu berichten, exklusiv für Pfotenland-Journal für Katzenkultur! Wer er ist? Zuviel dürfen wir nicht preisgeben. Selbstverständlich schützt die Redaktion ihre Informanten. Aber lest selbst- und bedenkt, dass für Kitten dieser Artikel nicht geeignet ist!

Mein Name ist Neo, Neo Monster.

Neo. Agent.

Neo: In einem früheren Leben nannte man mich Leo, aber für meinen neuen Geheimauftrag hier bei Familie Monster mußte ich mir einen Decknamen zulegen. Um authentisch zu wirken, soll man immer so nah wie möglich an der Wahrheit bleiben. Deshalb die minimale Abweichung meines Namens.

Ich bin 10-11 Jahre alt, großrahmig, 5kg schwer und rot. Über mein Vorleben möchte ich hier nicht sprechen. Es könnten Personen kompromittiert werden, die ich zu schützen gedenke.

Beginnen wir also vor ungefähr einem Jahr. Ich bewarb mich beim Trainingslager „Katzenhilfe“.

Erst einmal wurde ich einem körperlichen Eignungstest unterzogen. Ich wurde für tauglich befunden und meine körperliche Belastungsfähigkeit steht in positivem Kontrast zu meiner langjährigen Berufserfahrung.

Ich wurde psychologisch geschult, um dem Feind bestmöglich gewappnet begegnen zu können. Es wurden neue, unbekannte Substanzen an mir getestet (Wurmkur, Flohmittel, Impfung), die mich stärker und unempfindlicher machen sollten.

Weitere Details muß ich hier auslassen. -geheim-

Meine Ausbildung war abgeschlossen und ich tigerte nervös umher, weil ich jetzt endlich meinen ersten Auftrag wollte. Ich war heiß, ich war bereit!

Mir war schon immer bewußt, daß ich zu etwas Besonderem erkoren war. Menschen allein wären keine Herausforderung für mich.

Dann, eines Tages… ich war gerade dabei mir die Verhaltensmuster von Jungtieren noch einmal genau einzuprägen und subtile Nahkampfttechniken zu perfektionieren, geschah es.

Waschechte Monster standen in der Tür und mir war sofort klar: das ist Deine Chance.

Let the show begin! Ganz, wie ich es gelernt hatte, ging ich galant, weltmännisch und unerschrocken auf sie zu. Sie sollten sich sicher fühlen.

Wie genau ich zu dem Auftrag kam, also, ihr wißt ja…geheheim. Nur so viel: Um die Beine streichen, Kulleraugen machen, nicht mehr von der Seite weichen, tief und anhaltend schnurren sind nur die geringsten meiner Methoden.

Die Monster gingen irgendwann wieder. Ich wußte noch nicht, ob ich den Job bekomme. Eine unruhige Nacht lag vor mir. Doch dann, am nächsten Morgen waren sie wieder da. Jetzt beginnt der Teil, den ich so ersehnte und vor dem ich mich doch so fürchtete.

Sie haben einen Panzerwagen mitgebracht. Ich werde darin mit ihnen reisen und darf mir nicht anmerken lassen, daß mir das zu schaffen macht. Sonst schöpfen sie womöglich noch Verdacht.

Ich steige freiwillig ein und erhasche einen letzten Blick auf das Trainingslager. Jetzt bin ich auf mich allein gestellt. Aber ich habe die feste Absicht, meine Aufgabe gut zu erfüllen…

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